Liebe Freundinnen und Freunde,
ich versuche seit etwa drei Jahren, von den Grünen ein belastbares Statement zum Pandemiegeschehen einzuholen. Im BT-Wahlkampf 2021 war Annalena sehr dafür, Kinder und Jugendliche zumindest mit #CleanAir4Kids zu schützen.
Seit die FDP angezettelt von Putin-Trollen geschafft hat, die gesamte Bundesregierung dazu zu bekommen, das Infektionsschutzgesetz quasi ausser Kraft zu setzen ist es da leider sehr still geworden.
Im Frühsommer 2024 hat Robert dann auf einer Pressekonferenz einen Tanz um den rosa Elefanten im Raum vollführt: er räumte ein, dass es in Sachen Krankenstand einen Höchststand nach dem anderen gäbe, auch zu ungewöhnlichen Zeiten.
Inzwischen kann man die Ausfälle für die Wirtschaft (Krankenstand früher, Krankenstand nun seit 2021) gut zu beziffern.
Man kann sagen, dass unsere Konjunktur buchstäblich im Sprechzimmer beim Arzt unter die Räder gekommen ist.
Warum ist das so?
In den folgenden Überlegungen möchte ich Euch einen Weg aufzeigen, wie wir dieses Problem klüger, gerechter und besonders für Schattenfamilien erträglicher bearbeiten könnten.
Robert sagte auf der BDK2024, das Klima würde nicht warten. Ich stimme zu.
Ebenso wenig wartet aber ein kluger und vernünftiger Umgang mit der Pandemie und den daraus resultierenden Folgen.
cleanair4kids?
Dass HEPA-Filter Viren aus der Luft holen, ist seit 1960 bewiesen und seit 1963 gibt es in Deutschland eine DIN-Norm dazu, wie man Viren aus der Luft filtert.
Dass es funktioniert, ist vollkommen unstreitig. Für bestimmte Arbeitsplätze sind deshalb HEPA-Filter und Lüftungen seit Jahrzehnten baulich gefordert.
Insofern zeigen all diese unten verlinkten Studien primär nicht, dass es funktioniert (das tut es unstreitig, das ist ein rein physikalischer Vorgang, der immer funktioniert), sondern die Studien zeigen vielmehr, was bei wie viel Filterung passiert (mal mehr mal weniger).
Alle aktuellen Studien loten also eher aus, wie wenig Filterung ausreicht oder was bei wie viel Filterung und was bei wie viel Lüftung jeweils passiert.
Da zudem die Zahl der jeweils infizierten Personen von Studie zu Studie unterschiedlich ist, sind die Studien nur bedingt miteinander zu vergleichen.
Unterschiedlich gute Luftfilter und unterschiedlich viel Lüftung führt zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Ein weiterer Faktor, der es fast unmöglich macht, Studien zu Schulklassen zu vergleichen ist, dass niemand weiß, wie lange die Schülerinnen in den jeweiligen Schulen bspw. in den Fluren in ungefilterter Luft warten, ob es schlecht oder gut gelüftete Mensas gibt, wie die Luftverhältnisse in den Toiletten sind oder ob sich Schülerinnen auf dem Weg in die Schule im Bus anstecken bzw. ob die Schule eher fußläufig erreicht wird.
Viele unterschiedliche Parameter, die auf die Ergebnisse Einfluss haben.
Vollkommen unstreitig ist, dass eine bessere Belüftung und eine korrekt geplante und ausreichende HEPA-Filterung (was in nahezu keinem der hier untersuchten Klassenräume der Fall war), zu einer deutlichen Senkung der Infekte führen.
Mir ist nach wie vor keine Studie bekannt, die eine korrekt dimensionierte Lüftungsanlage plus eine korrekt dimensionierte HEPA-Filteranlage beinhaltet und dann einmal untersucht, wie die Infekte in der einen Schule waren, in Relation zur Schule im Nachbarort. (Idealerweise würde man das mit Dorfschulen durchführen, die von den Kindern fußläufig erreicht werden.) Dann müsste sich ein sehr deutlicher Unterschied zeigen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Wenn man es richtig macht, was vollkommen einfach und spottbillig wäre, dann ist der Effekt sehr groß. Dann werden viele Virusinfekte innerhalb eines Jahres nahezu vollständig verschwunden sein.
So, wie Cholera und Typhus schnell verschwunden waren, als sauberes Trinkwasser zur Verfügung stand.
Leider kann man hier keine Studien einbinden (Frage an die Admins, warum?), aber auf Nachfrage sende ich gerne ein Dokument mit den hier genutzten Studien und Hinweisen, zum Teil Daten aus Krankenkassen, zum Teil wissenschaftliche Untersuchungen und/oder Meta-Analysen dazu.
Natürlich gibt es noch hunderte weiterer Studien und Veröffentlichungen, Gesetze und Regelwerke zum Thema.
Wichtig ist, dass man sich merkt:
Lufthygiene kann mit Leichtigkeit die Zahl der Infekte sehr deutlich senken und damit einen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit - mithin zu mehr Bildung, weniger Ausfällen in allen Berufsfeldern und zu geringeren Krankenkassenkosten sowie zu einer deutlichen Erhöhung von Steuereinnahmen beitragen.
Wie überaus gesamtgesellschaftlich wirtschaftlich Luftfiltereinsatz und Lüftungsanlagen sind, zeigen die Studien zur Luftreinigung der Royal Academy of Engineering, in denen Kosten und gesamtgesellschaftlicher sowie staatlicher Nutzen über 60 Jahre wirtschaftlich hochgerechnet wurde und die einen überwältigenden gesamtgesellschaftlichen Gewinn beim Einsatz von Lüftung und Luftfiltern nachweisen:
Das ist alles bekannt und technisch sowie wissenschaftlich vollkommen unstreitig.
Man muss es lediglich endlich einmal machen.
Was nun?
Wie bekommen wir das in die Köpfe und beenden dieses blödsinnige „Maßnahmenbashing“, welches von Querdenkern und AfD in die Gesellschaft getragen wurde und von uns zu lange unwidersprochen hingenommen wurde.
Ich habe vor ein paar Wochen mit Untis die Vertretungsplanung einer sehr großen Schule in Hamburg betreut - ratet. In den Klassen mit Luftfiltern war die Ausfallquote der Schülerinnen und Schüler und natürlich der Lehrenden erheblich geringer. Folge? Weniger ausfallende Stunden, weniger Folgeausfälle bei Eltern (sei es durch eigene Krankheit oder durch Krankenpflegetage).
Ich bin auf euren Input sehr gespannt.