Kannst Du bitte den Begriff „bessere Welt“ näher definieren - so lange jeder darunter etwas anderes versteht, sind wir wieder ganz schnell in der gleichen epischen Breite wie im vorangegangenen Versuch.
Gleiches gilt auch für „Revolution“ - meine Erfahrung sagt mir, dass eine Revolution - in meinem Sinne - (egal, ob ich das im ganz kleinen meiner psychosozialen Weltbetrachtung oder im ganz großen - beispielsweise bei den diversen kommunistischen Revolutionen des vergangenen Jahrtausends -) gut dafür geeinget ist, bestehende Strukturen erst einmal einzureißen - nur um sie zumeist in ähnlicher Form in Ermangelung echter alternativer (und evolutionär verlaufender) Entwicklungen zusammen mit dem Rest der bestehenden Gesellschaft versöhnt wieder zu errichten.
Bei Deiner Stoffsammlung fällt mir auf, das Du eine sehr volkswirtschaft(-wissenschaft)liche Position als Vorgabe machst.
Ist das „Problem“ überhaupt auf dieser Ebene „lösbar“ (so es denn überhaupt ein Problem ist) - so ist das „Wachstum“ bei Deiner Vorgabe nur auf lokale Strukturen begrenzt - sonst gäbe es das von Dir beschriebene Konkurrenzproblem nicht.
Eine interessante Frage, die überhaupt mal geklärt werden müsste, hieße, ob denn nicht das Wirtschaftsystem „nur“ eine Folge biologischer Vorgaben ist.
Denn die Gewinnorientierung bis hin zu „Profitmaximierung“, die zugegeben in der Wirtschaft derzeit herrscht, folgt einer Logik, die sich bereits in ganz profanen biologischen Prozessen abspielt - es gilt immer als oberste Maxime, in bestehender Konkurrenzsituation bestmöglichst zu überleben - und dabei evtl. auch genügend Vorräte anzusammeln, um über die Unwägbarkeiten des Lebens (Krisenzeiten) einigermaßen hinüber zu kommen - dazu gehört für ein Rudelwesen wie den Menschen eben auch, den Mehrwert der Unterstützung anderer (wenn auch nur Mitglieder des gleichen Rudels) mitzubetrachten, und die „Investition“ bzw. den vorläufigen Verlust trotzdem als langfristigen Mehrwert anzuerkennen (aus dem gleichen Grund, weswegen eine Firma einen Mitarbeiter zu Schulungen schickt).
Der sog. „Kapitalismus“ übernimmt also nur eine Rolle, in die wir alle aus einem ganz anderen Aspekt heraus seit Äonen (wohl noch weit vor der Steinezeit) fügen.
Diesen sog. „Kapitalismus“ also auf 0-Wachstum bringen zu wollen, ist aus dieser Perspektive vielleicht gar nicht sinnvoll - allerdings muss man sicher über Verteilung der Gewinne sprechen.
Dieser sog. Kapitalismus ist durchaus - wenn man ihn bestimmten Zielen unterwirft - unglaublich effektiv. Das Wachstum muß lediglich in eine Richtung kanalisiert werden, der die bestehenden gesellschaftpolitischen Risiken und Gefahren verkleinert, denn sie vergrößert. Hier fehlt es an Bewusstsein (auch innerhalb der „Wirtschaft“, da sie nach wie vor Kosten externalisiert, um die daraus entstehenden Folgekosten auf die Falschen veteilt (kein Verursacherprinzip).
Auch hier wieder gilt: der Kapitalismus an sich ist vielleicht nicht das Problem - sondern die von uns selbst gemachten Vorgaben, in welche Richtungen der Kapiltalismus seine Stärken entwickeln soll (z.B. durch eine effiziente Verhinderung der Kostenexternalisierung).
Da landen wir dann am Ende aber wieder eher bei den menschlichen Begrenzungen selbst - und nicht bei den Grenzen des „Werkzeugs Kapitalismus“. (Oder geht es Dir wirklich nur um eine staatlich/globale „Restrukturierung“ des Werkzeugs selbst?)
Es wäre aus meiner Sicht wichtig, diese Dinge zu Beginn des Threads zu klären, weil wir sonst wieder implizit in sehr unterschiedliche Richtungen argumentieren (und dann „bestenfalls noch“ aneinander vorbei reden).
Was genau also ist eigentlich Deine gestellte Frage, auf die Du eine Antwort erhoffst?