Ich möchte mit diesem Thread zur Diskussion anregen, ob es der Partei Bündnis 90/ Die Grünen nicht besser zur Gesicht stehen würde, sich der Gesellschaft aufgeschlossener gegenüberzustellen, Lösungen für die untere Mittelschicht in den Mittelpunkt zu stellen, um auch um an diejenigen zu adressieren, die nicht oder noch nicht bereit sind, die Partei bei den kommenden Wahlen in Ostdeutschland zu unterstützen.
Die Politik der Partei sehe ich an der Stelle wie eine blinkende Münze, die auf beiden Seiten für die Gesellschaft Ertrag bringt, auf der einen Seite, die Klima- und Umweltpolitik in den Vordergrund stellt und gleichermaßen auf der anderen Seite der blinkenden Münze (blinkend für permanente, mit positiver Absicht wirkende Interaktion in die Gesellschaft), die Sozialpolitik zu ihrem Gewissen schwerpunktmäßig für die breite Bevölkerungsschicht macht.
Wie die Idee entstand und wie sie Unterstützung durch den Schriftsteller Günter Grass (16.10.1927 - 13.04.2015, die Blechtrommel, Hundejahre, Katz und Maus) fand:
Ein Lehrer auf der Berufsschule in Bochum vor einigen Jahren erzählte mir, dass die Grünen Anteil hätten an lebenswerten Umweltbedingungen. Genau das ist doch auch ein Bestreben, das zu einer Partei passt, die eine ausbalancierte Sozialpolitik für die Gesellschaft in den Schwerpunkt nimmt.
Meine Fragen an Euch:
- Es gibt Parteiforscher, die davon ausgehen, dass die Grünen sich zu einer Partei der Besserverdienenden entwickeln bzw. schon entwickelt haben. Wie steht ihr dazu?
Günter Gaus in einem Interview mit Günter Grass im Jahre 1997:
Günter Gaus: Sie haben gerne das Pragmatische an der Sozialdemokratie, die sie oft unterstützt haben, gelobt besungen Herr Grass? Wie halten sie es mit dem Utopischen?
Günter Grass: Also, ich bin für pragmatisches Verhalten. Ich weiß, dass wir nur auf Grund von Kompromissen leben und Kompromiss ist ein wichtiges Werkzeug der Politik, aber ich bin gegen die Erhebung des pragmatischen Verhaltens in eine Ideologie des Pragmatismus. Das ist die große Gefahr, die im pragmatischen Verhalten liegt. Was nun die Utopie angeht, Utopien beschreiben immer ein Endziel, deswegen kommen sie für mich nicht in Frage. Ich bin für Perspektiven, die in die Zukunft hinein entwickelt werden und die dauernd der Revision bedürfen. Also, ich bin als demokratischer Sozialist zugleich ein unverbesserlicher Revisionist.
Günter Gaus: Warum sind sie eher Rot als Grün?
Günter Grass: Weil für mich die Frage der ausgleichenden Gerechtigkeit oder das immer mehr an Gerechtigkeit und wenn sie verloren geht, des Wiederherstellens von Gerechtigkeit primär ist. Das Grüne, das dazugekommen ist und auch bei Inhalt in der Sache ist, ist es miteinander zu verbinden.
-
Brauchen wir weniger Pragmatismus in der Politik und dafür mehr Augenmaß und Bereitschaft zu Korrekturen der eigenen Politik, was der Gesellschaft wirklich unter den Bedingungen unserer Zeit hilft? Vielleicht hat der eine oder andere Beispiele, die er aus der aktuellen Politik nennen kann, z. B. das Thema Kindergundsicherung, Schuldenbremse etc.?
-
Wie schätzt ihr Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Grünen und der SPD ein?
(Quelle: Günter Gaus im Gespräch mit Günter Grass (1997) [ENG SUB] / Interview (youtube.com))