Wenn die Lösung das Problem ist

Ich habe zufällig im Netz einen Vortrag gefunden – einer meiner „ur“alten Lieblings-Klassiker: Watzlawick: „Wenn die Lösung das Problem ist“

Ich finde, das sollte aus mehreren Gründen hier Lektüre werden – zum einen für Neuankömmlinge, um aus dem Gedankengut Prinzipien für das Verhalten im Forum herzuleiten – gerade die rhetorischen Stilblüten, die vor allem deswegen anfangen zu eskalieren, weil hier die „als ob-Karte“ (rel. weit hinten im Video) gezogen wird – man interpretiert den Text eines anderen und tut so, als ob die eigene Interpretation die richtige sein muss, weswegen die eigene Empörung dagegen natürlich erst einmal richtig sein muss - jeder täte gut daran, die Interpretation im uneskalativen Dialog auf Richtigkeit zu hinterfragen (iealerweise beim entsprechenden Gegenüber), bevor das rhetorisch eskaliert… Das gilt auch für die Diskussionen, die sich „etwas im Kreise drehen“, weil uns die „Grammatik“ fehlt, auszubrechen oder Ausbrüche anderer disqualifizieren …

Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang das Beispiel mit der Überprüfung von Zahlenpaaren auf „Zusammen passen“ - das zeigt sehr schön, dass und warum Strukturen und Institutionen lange einer „inneren Logik“ folgen - (auch vielleicht unsere eigene Partei :slight_smile: - , die sich aus einer Beobachtung „herleitet“, die nicht zwingend rational zu rechtfertigen ist (gutes Bsp. ist hier der sich lange gehaltene Mythos des uns per se (!?) wohlgesonnene russischen Staatsapparats, der lange betriebsblind für die wachsende Gefahr dramatisch unterschätzt hat, oder auch der Klimawandel, der seit über 40 Jahren bekannt aber nicht in der Breite erkannt wurde/wird) …

Interessieren würde mich persönlich dabei auch, ob das für eine ernsthafte Diskussionen (nicht zuletzt zum eigenen Selbstverständnis) zu abgehoben innerhalb einer politischen Struktur ist, und inwieweit das dort angesprochene vor dem Hintergrund neuerer Forschung schon wieder obsolet ist (ich bin nun mal immer noch kein Soziologe … :wink:

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Sehr interessanter Vortag. Das ist für die Kaffeküche aber nicht oberflächlich genug :slight_smile:

Nein, ich finde es nicht zu abgehoben. Er gibt ja auch konkrete Tipps (z.B. die Kettenreaktion des Guten)…
…die allerdings auch umgekehrt als Kettenreaktion des Schlechten funktioniert (Anmerkung von mir).