Ich habe aktuell ein echtes Problem…
Wenn ich mir die aktuellen wirtschaftlich flankierenden Maßnahmen aus dem Haus des (grünen) Wirtschaftsministers ansehe, so staune ich – nicht zwingend darüber, dass da Positionen vertreten werden, die weitab grüner Fundamente sind (außergewöhnliche Umstände erfordern schließlich ungewöhnliche Maßnahmen!) – sondern eher darüber, dass ich im Gegensatz zu vielen anderen Themen, wo ich mir einbilde, eine durchaus fundierte Meinung zu haben, hier wirklich nur noch „glauben“ kann…
Das geht los mit Milliarden, die all die Jahre für Bildung und Armutsbekämpfung nicht da waren (wobai das noch die leichteste Frage ist…![]()
Aber da ist z.B. die Rede von finanziellen Stützungen wegen Systemrelevanz (Beispiel Uniper) – das leuchtet mir noch ein…
Und auch, das der Gleichheitsgrundsatz gebietet, dass andere Firmen in vergleichbarer Lage ebenfalls Unterstützungen bekommen müssen…
Aber schon mit diesem Gleichheitsgrundsatz (der offenkundig nicht aus dem GG kommt) habe ich so meine Schwierigkeiten…
Bei der Unterstützung eines Harz4-lers ist ganz klar, dass er keine Gewinne machen darf, ohne dass das Auswirkungen auf seinen Förderstatus hat…
So ist ein kleinerer oder größerer Lottogewinn mit den der Förderung zu verrechnen…
Wenn ich darauf den Gleichheitsgrundsatz auf Firmen (insbesondere AG’s) anwende, so würde das bedeuten, dass eine Firma, die Subventionen erhält, keine Gewinne mehr machen darf – wie aber trennt man nun Gewinne von Finanzmitteln für notwendige Investitionen?
Bei der AG ist das rel. einfach – so lange Staatshilfen gezahlt werden, dürf(t)en keine Dividenden und keine Boni ausgezahlt werden – aber selbst das ist für mich völlig undurchschaubar, denn was bedeutet es, wenn die Aktionäre alle ihre Aktien verkaufen und in andere Geldanlagen investieren? Schließlich hängt bei der AG die Bonität am Börsenwert – die Firma wäre zwar zunächst gerettet – aber könnte sich kein günstiges Geld mehr beschaffen und ist bald nicht mehr konkurrenzfähig
Leider liest und hört man dazu weder in den Verlautbarungen des Ministeriums noch in der Presse zu diesen hier nur angedeuteten komplexen Zusammenhängen etwas (zugegeben, ich lese keine Wirtschaftszeitungen ![]()
Kann jemand, der davon dramatisch mehr Ahnung hat als ich, etwas Licht in dieses unglaubliche Dunkel (zumindest bei mir) bringen – ich kann mir vorstellen, dass das nicht nur mir so geht…
Da es sich dabei um ebenfalls sehr langfristige Prozesse handeln dürfte (ähnlich wie beim Thema Klimakrise) kann ich sonst in 3 Jahren bei der nächsten Bundestags-Wahl keine fundierte Stimme mehr abgeben…