In meinen diesbezüglichen Beiträgen geht es nicht heraus hervor, dass ich sehr wohl mir über die Ansicht der Ukraine sehr viele Gedanken mache. Mich hat sogar diese Frage, wie es die Ukraine selber sieht, Krieg weiter führen, oder eine politisch-diplomatische Friedenslösung anstreben, sehr oft keine Ruhe gelassen.
Die Ukraine selber beschäftigt sich damit. Ich glaube, dass Präsident Selenskyj sich damit beschäftigt. Ich hörte im TV mir Meinungen aus der Bevölkerung an. Eine ältere Frau hatte in ihrem Haus an der Front ausgeharrt bis zum Schluss, weil sie auf Verhandlungen hoffte, eine andere Frau im TV sagte unlängst: „Der Ukraine kann nur geholfen werden, wenn Europa gemeinsam für die Ukraine zusammensteht. Auf die Amerikaner gebe ich nichts mehr.“
Es gibt diejenigen die weiterkämpfen wollen, und es gibt die, die sich einen zumindest vorübergehenden Verzicht von Gebietsansprüchen vorstellen können.
Die Ukraine darf sich keineswegs überfahren fühlen.
Sie sollten am Ruder sein, das ist richtig, das sehe ich auch so. Das Selbstbewusstsein der Ukraine ist für Beginn und Fortlauf eines vernünftigen Friedensprozesses unerlässlich. Im weiterer Übertragung gilt das auch für die sich durch Russland bedroht gefühlten Staaten, Lettland, Estland, Litauen, Republik Moldau, Finnland und Polen. Die BRD kann nicht mit Russland in Dialoge treten, ohne alle diesen Staaten, ohne der Ukraine in Verhandlungen den Vorrang zu geben. Und klar, die Ukraine würde den Anstoß für Gespräche mit Moskau geben müssen, anders geht es nicht.
Ja, diese Sicht ist richtig. Aber Europa sollte der Ukraine signalisieren, dass das Schicksal der Ukraine wichtig ist. Vielleicht das Beispiel einer Wasserscheide: die Grenzlinie die das Einzugsgebiet zweier benachbarter Flusssysteme voneinander trennt, z.B. Donau und Rhein. Politisch übertragen trennt die Ukraine den Einfluss des Westens, der Europäer und der USA von dem Einfluss Russlands. Es wäre durchaus ein Ziel der Europäer, diese Einflussgebiete in einer politischen Lösung zusammenzubringen. Dass die Ukraine als Pufferstaat eine bessere Zukunft hat, als wenn ähnlich wie es zwischen Frankreich und der BRD eine Versöhnung mit Russland geben kann, wage ich zu bezweifeln. Wenn z.B. von der Leyen sagt, die Ukraine ist der erste strategische Vorposten gegen Russland, missbraucht sie ein Volk von etwa 40 Millionen Einwohnern verbal.
Ich würde die Abstimmungen am gemeldeten Wohnort und nicht an der Nationalität festmachen.
Es ging dabei nur um die Komplexität, auch beim richtigen Hindrehen der Seiten des Zauberwürfels braucht es je nach Können und Übung Anstrengungen, einfache Lösungen, die jeweils nur die derzeitigen Vorteile auf den Schlachtfeldern betrachten, führen zu keiner Lösung. Das erkennt man z.B. bei der Vermittlung durch die USA, Deals hin oder her.
Ich zitiere aus meinem anderen Thread:
Gefettetes habe ich gerade noch ergänzt. Ein Abzug der Russen:
erübrigt sich fürs Erste, wenn Russland Verhandlungen, die im Kern die nationale Integrität der Ukraine als Staat in den Grenzen vor der Krim-Annexion von 2014 anerkennen, mit der Ukraine und den Nato-Staaten inklusive der Ukraine führt. Idealerweise gibt es eine von den USA, China und Russland gleichermaßen getragene UN-Resolution, die in den Bereichen zwischen der Frontlinie europäische Truppen der Nato, mit UN-Kennzeichnung stationieren lässt. Anders werden Sicherheitsgarantien für die Ukraine und auch Russland für einige Zeit nicht gewährleistet werden können.
Erster Vorschlag war, dass die Staaten Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Polen im Auftrage von der EU und dem UK Russland diese ukrainische Botschaft in Sankt Petersburg übergeben. Am Besten wird Trump per Video zugeschaltet oder er ist ebenfalls gleich dabei. Weitere Verhandlungen können dann an neutralen Orten (Türkei, Genf etc.) stattfinden, wo auch insbesondere die Ukraine und die USA teilnehmen.
Erkläre mir genau, was Du damit fragen wolltest?
Ja klar, es geht um die Befreiung der Ukraine! Ich sehe die Befreiung der Ukraine ähnlich, wie damals den Fall der Grenze zwischen der DDR und der BRD. Die Berliner und die Bürger in West und Ost Deutschlands wurden befreit. Zwei Systeme hielten sie zuvor sozusagen gefangen in einem Konflikt. Ähnlich ist es mit der Ukraine. Es ist nicht deckungsgleich mit der Befreiung der West-Alliierten (die Rote Armee klammere ich an der Stelle mal aus) durch die Landung in der Normandie. Eher wäre die Befreiung der Ukraine, eine wie 1989 bei uns in West- und Ost! Dieser Ansatz hätte auch eine Chance auf einen durchgreifenden Friedensprozess.
Ich zitiere noch mal von weiter oben:
Der innere Teil meines vorgeschlagenen zweifachen Nato-Doppel-Beschlusses ist ja dem der Historie sehr ähnlich, keine Verhandlungen, dann z.B. Taurus etc. schwere Waffen, Flugzeuge, Schiffe, all in für die Ukraine.
Es ist zu verstehen, dass wir damit einerseits Russland zeigen, dass wir für die Ukraine alles einsetzen, aber ja, einen Krieg mit Russland gerne vermeiden würden. Es ist aber nicht sicher, ob Russland einschlägt. Lawrow hatte einige Zeit nach dem Kriegsbeginn (hier der Februar 2022) vor laufender Kamera gesagt: " Der Westen will der Ukraine nicht helfen, er will Russland schaden!"
Natürlich - hilft man der Ukraine, macht man das auch auf dem Wege, dass man Russland schadet, da kommt man nicht drum herum. Aber der Schwerpunkt ist doch der, der Ukraine zu 100 % zu helfen - ohne auf einen Krieg mit Russland aus zu sein.