Ich hatte von früheren Debatten, als es um Waffenlieferungen ging und sich Bündnis 90/ Die Grünen dagegen gestellt haben, gehört. Es war ein Punkt, der mich 2017 veranlasste der Partei beizutreten.
Der Artikel 51 ist an eine Entscheidung des Weltsicherheitsrates gebunden. Bekanntlich blockieren da die Russen.
Aus dem Grund halte ich es für geboten, auf Grund der sehr komplexen Gefahrenlage, aber insbesondere den Chancen, G20 hatte den Rahmen dafür gegeben, indem ein Paper zustande gebracht wurde, dass einem salomonisches Urteil ähnlich ist, eine gemeinsame Resolution Russen und Amerikanern, unterstützt von den Europäern im Sinne der Ukraine und der sich subjektiv bedroht fühlenden Staaten der Nato-Ostflanke, als Hausaufgabe aufzugeben.
Der Konflikt würde sofort entschärft wenn Russland und die USA sich annähern würden. Etwa um 2000 gab es die größten Chancen eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur zu schaffen. Erschwert wurde dieses, da durch dem Treiben der Russen in Tschetschenien viele ehemalige Ostblockstaaten und die Balten, als Ex-Sowjetrepubliken in die Nato wollten. Der Westen hat sich damals eher diesen Staaten zugewandt. Die Aufgabe Europas wäre nun, die Ukraine in die EU zu führen. Es gebe so eine für Europa und Russland interessante Konstellation, übrigens auch für die Ukraine, wenn sowohl in Russland, wie auch in der Ukraine Russischstämmige ganz selbstverständlich zu Europa zählen werden. Amerika kann da unterstützend wirken und einen zusätzlichen Reiz für Russland, aber auch für die Ukraine, als möglicher zukünftiger Nato-Partner, abliefern. Dadurch würde auch das Verhältnis Westen und China in einer anderen Konstellation zueinander stehen. China und Russland sind Partner. Eine Annäherung der USA an Russland würde China positiv bewerten, das erscheint mir sicher.
Robert Habeck hatte auf ähnliche Weise argumentiert. Es kann aber durchaus so sein, dass eine Entscheidung aus der BRD keine Waffen zu liefern und andere Staaten liefern trotzdem, der BRD die Chancen dadurch für eine Vermittlerrolle aus eigener Kraft besser übernehmen kann - nicht gedacht hinsichtlich der Auswirkung auf Russland z.B. jetzt. Im aktuellen Fall würde die Debatte darüber sich drehen, einstweilen keine weiteren Waffen liefern zu wollen, was u.a. mit den USA abgehandelt werden müsste, um Russland die Chance bei einem Verhandlungsangebot unter Bedingungen und Forderungen für ein Ja oder Nein zu geben. Ich finde ein Automatismus in der BRD, z.B. in Anlehnung an gleiche US-Entscheidungen zu Waffenlieferungen, wie es sich derzeit wieder abzuzeichnen erscheint, falsch. Der eine verlässt sich auf den anderen, und am Ende stecken doch beide im Schlamassel - und die Situation in der Ukraine könnte durchaus aus dem Ruder laufen.