Ich habe am Sonntag erfolgreich mein Auto online umgemeldet.
Dafür habe ich 2,5 Stunden gebraucht und etliche Apps und Passwörter, einen E-Ausweis mit entsprechender Funktion, eine „Bayern-ID“ / ein Konto im Bayernportal, ein Smartphone als Kartenleser, eine Kreditkarte, die vorläufige Versicherungsnummer der Kfz-Versicherung und die alten Kfz-Papiere.
Heute habe ich meinen neuen Papiere erhalten (Kfz-Brief und -Schein, also Zulassungsbescheinigung I und II).
Das Verfahren ist kompliziert, aber es funktioniert.
Die Seiten der Zulassungsstelle und des Bayernportals sind etwas sperrig zu bedienen und zT unübersichtlich.
So war zB der Anmeldebutton der Zulassungsstelle winzig klein und durch ein pop-up verdeckt, ich habe 20 Minuten gebraucht, um den zu finden
Es gibt 3 verschiedene Methoden, sich beim BayernPortal einzuloggen, alle mit unterschiedlichen techn. Anforderungen und unterschiedlichen Berechtigungsstufen.
Ob mit dieser Komplexität die Digitalisierung der Verwaltung gelingt? Ich habe Zweifel.
Wie sind Eure Erfahrungen?
ich habe mein Elster-Konto damit angelegt und -wenn ich mich richtig erinnere- meinen letzten Anwaltsausweis damit beantragt.
Das Dumme ist, dass man es nur 1mal im Jahr braucht und dann immer wieder bei Null anfängt.
Hat sonst niemand sowas mal gemacht oder versucht?
Wir haben beim ersten Mal abmelden etwas länger gebraucht, aber nur, weil wir nicht geblickt haben, wie man die Plakette am Kennzeichen abrubbeln muss.
Beim nächsten Auto anmelden war es ca 1 Stunde, trotz erst bei Bund id anmelden.
Hier war das Handy das Problem, das hat nicht mit dem Ausweis kommuniziert. Lag aber am Handy.
Ergo: wenn man es einmal gemacht hat und sowohl den digitalen perso als auch Elster nutzt, ist es nicht so schwer. Ich finde es gut.
Da muss ich mal meinen Mann fragen, der mit Ach und Krach gerade eine WhatsApp-Nachricht schreiben kann und sich absolut nicht für den PC interessiert.
Diese Menschen können ja gerne weiter die dann freien Zeitfenster in der Zulassungsstelle nutzen. Ich finde es super, wenn man sich dafür nicht einen halben Tag frei nehmen muss, a) um 30 km zum Kreishaus zu fahren und b) weil man nur zu unmöglichen Zeiten einen Termin bekommt.
Diese Prozesse geben einem in einem Scheindeutsch Befehle. Sieht Deutsch aus, ist aber unverständlich und unklar.
In die Eumex laden? Aus der Eumex laden?
Wann gehen die Daten raus oder rein?
Mein letzter Streß bei der Beantragung eines Führungszeugnisses mit Hilfe der Perso-App: „Die App ist auf ihrem Gerät nicht geöffnet.“ Obwohl das Schmartfon mit der offenen App auf dem Tisch lag.
Irgendwann habe ich kapiert, dass „das Gerät“ der PC sein sollte und „die App“ das Programm auf dem PC.
Die Online-Funktion des Perso ist eigentlich eine feine Sache, hat bzw. hatte aber noch einige Probleme. Bei mir war es die fehlende Kommunikation zwischen Smartphone, welches wiederum mit dem Chip des Perso über NFC redet, und dem PC auf dem mein Browser mit der Anwendung lief, in der ich mich identifizieren wollte. Ich habe es schon länger nicht mehr probiert, vielleicht läuft es jetzt besser.
Es ist so ein typisches Problem, solange es zu wenig Nutzer gibt, gibt es keine Anwendungen, solange es wenig Anwendungen gibt, werden die Nutzer nicht mehr.
Jetzt gibt es neue Entwicklungen, z.B. den Perso direkt im Smartphone. Mal sehen, ob es dann besser wird.
Indem die Daten des Personalausweises einmal ausgelesen und dann sicher abgespeichert werden. Z.B. in einem speziell gesicherten Chip (Trusted Platform Module), den inzwischen jedes Smartphone hat.
Überall dort, wo du sicher online deine Identität ausweisen musst, also bei vielen Behördengeschäften, bei der Eröffnung eines Bankkontos u.ä.
Während du das - wo möglich - mit dem heutigen Online-Perso plus Smartphone machst, geht das verm. in Zukunft mit dem Smartphone alleine. Prinzipiell nichts anderes, aber bequemer.