Wie trinkt ihr euren Kaffee? Es gibt Dinge auf die wir doch einfach verzichten sollten!

Wie bereitet ihr euren Kaffee zu? Ich habe auch schon mal diese Kapseln ausprobiert. Der Kaffee schmeckt damit sehr gut und es gibt auch noch total verschiedene Geschmacksrichtungen. Da ich mich aufgrund des damit verbundenen Kaffeepreises (pro Kg) verarscht fühlte, habe ich mir so eine Maschine nie angeschafft. Ich male meine Espresso mit einer elektrischen Mühle jedes mal selbst und fülle ihn dann in die Espressomaschine. Und danach kommt der Kaffee auf unseren Kompost. Warum erzähle ich das?

„Marktgigant Nestlé verbraucht für die Verpackung von einem Kilo Kaffee in Kapseln beispielsweise 89 Gramm Aluminium“, sagte sie. Durch das Schmelzen des Metalls bei mehr als 600 Grad Celsius werde extrem viel Energie verbraucht – für ein Produkt, das nach einmaliger Nutzung in den Müll komme.

Und die Dinger sind bestimmt SUPER zu recyceln!

„What else?“ fragt George Clooney in der Werbung. Was denn wohl sonst, wenn nicht Kaffee aus Aluminiumkapseln? Etwas anderes kommt für immer weniger Leute in Frage. Inzwischen steht in mindestens jedem vierten deutschen Haushalt ein Aufbrüh-Automat, dessen Kaffeepulver portionsweise abgepackt als Pad oder Kapsel verkauft wird. Selbstverständlich ist das nicht. Der Siegeszug der Kapseln begann erst vor wenigen Jahren. Auf die Idee musste erst mal jemand kommen: Weniger Kaffee für mehr Geld zu verkaufen.

Ach ja - 2.8 Milliarden Kaffekapseln: Das Kilo Kaffee kostet in diesen Kapseln zwischen 60 und knapp 80 Euro. Sage wir 70€. In jeder Kapsel sind ca. fünf Gramm. Also 200 Kapseln aus einen Kilo.

2.800.000.000 / 200 * 70€ = 980 Millionen Euro geben die Deutschen im Jahr für Kaffeekapseln aus.

Und wie macht ihr euren Kaffee?

Ich filtere ihn privat mit einem Handfilter.

Für größere Gruppen haben wir auch eine etwas größere Maschine:

??? Ich empfehle noch eine Tasse Kaffee :wink:

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Ich war nie Kaffeetrinker - ich habe zwischen 8 und 28 lange Zeit erst Schwarztee und später Roibuschtee getrunken - ich habe das dann aufgegeben, als mir klar wurde, was für einen Eingriff in die Natur der Anbau darstellt und wie viel unnötiger Aufwand für den Transport/Vertrieb betrieben wird.
Allerdings gebe ich zu, dass ich von meinem Ziel, komplett auf heimischen Kräutertee umzusteigen, noch sehr weit entfernt bin - immer noch zu viel O-Saft :frowning:
Die Frage nach dem zusätzliche ALU-Ressourcenverbrauch ist zwar definitiv eine berechtigte - allerdings (Du schreibst es selbst), ist die getrost mit dem gleichen Argument zu rechtfertigen wie schon die Frage nach „warum überhaupt Kaffee“: es geht immer um die - echte oder nur angebliche - damit verbundene Steigerung der „Lebensqualität“.
Ist das dann nicht so ein bißchen eine Scheindebatte?
Der - ökologisch bereits schon nicht zu rechtfertigende - Kaffeegenuss wird quasi legitimiert, und nur die immer noch krasseren Erweiterungen werden infrage gestellt?

Etwas seltsame Herangehensweise…

Man kann es immer noch eins weiter drehen.
Du zerstörst irgendwo den Regenwald durch Kaffeeanbau und verbrauchst Energie durch Deine elektrische Mühle. Und schwupps bist Du nicht mehr der Müllheld, sondern der rücksichtlose Kaffee-Junkie.
@HarmsCar kocht Tee und verschwendet dafür kostbare Energie, statt einfach lauwarmes Leitungswasser zu trinken :slight_smile: (um noch eine Drehung hinzuzufügen).

Ich trinke grünen Tee, schwarzen Tee, Kräutertee, Filterkaffee, Instantkaffee, Kapselkaffee und sog. mushroom coffee, alles durcheinander. Geschmacklich sind die Nespresso-Kapseln nach meinen subjektiven Tests ungeschlagen. Das mit den Alukapseln ist ärgerlich, aber die Varianten aus Pappe (oder was auch immer das war) taugen nix.
Dafür trinke ich keinen O-Saft :wink:

ich habe das Gefühl, wir regen uns zu oft über die falschen Dinge auf und benutzen fragwürdige Feindbilder: Kaffeekapseln, SUV. Wenn man etwas tiefer gräbt, wird es oft sehr kompliziert:

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Der Ansatz der Studie erinnert mich an die 15.000 Liter Wasser für ein kg Rindfleisch.

Wenn ich allein in Deutschland fast 1 Milliarde Umsatz pro Jahr mit diesen Kaffeekapseln machen kann, dann habe ich natürlich große Probleme sollte die EU diese Kapseln in der jetzige Form verbieten. Rechnet das mal auf die EU hoch.
Der Trick ist ja gerade, daß durch die Plastik/Aluminium-Verpackung der gemahlene Kaffee sehr frisch bleibt und deshalb auch gut schmeckt. Also jede Änderung hin zu recycelbaren Verpackungen würde der Vorteil dieser extrem teuren Miniportionen Kaffee eventuell zerstören.

Ich habe dieses Thema angefangen, weil mir einfach die MENGE AN MÜLL riesig erscheint. Und die Menge an Geld, die für diese Kapseln ausgegeben wird auch. Nehmen wir an, von der knappen Milliarde pro Jahr würden die Kaffeetrinker 300 Millionen für hochwertigen Kaffee in Kilo-Packungen ausgeben. Oder von mir aus auch in 200g Packungen, damit er frisch bleibt.

Dann wären noch ca.600 Millionen im Jahr gespart. Da könnte man eine Menge mit machen.

Ich will hier niemandem mit dem moralischen Zeigefinger seinen Kaffee vermiesen. Aber wenn wir wirklich zu einer Kreislaufwirtschaft kommen wollen und wir müssen das letztendlich als Menschheit schaffen, dann nicht mit solchen Systemen.

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Ja, ich finde auch dass der gut schmeckt, aber weil es völlig unsinnig ist, Kaffee in diesen Miniportionen mit Alu und Plastik zu ummanteln und der Kaffee ausserdem extrem teuer ist, würde ich mir nie so ein Gerät kaufen. Dieser so erzeugte Müll ist wirklich unnötig. Ich habe ein Kaffevollautomat und den Kaffee ist geschmaklich mindestens gleichwertig ( ist ein wenig eine Kunst, denAutomat richtig einzustellen). Und bei allem Verständnis wegen der CO2 - Bilanz auf Kaffe verzichten , werde ich sicher nicht. Wir können jetzt auch nicht den Welthandel völlig einstellen, er beruht halt schon darauf was in einem Land am besten und am günstigen produziert werden kann. Wären plötzlich alle Selbstversorger und würde nichts mehr importiert würde die gesamte Wirtschaft ( und noch mehr)zusammenbrechen.

klar, in der Theorie.
Aber diese wundersamen Geldverschiebungen gibt es ja nicht.
Wenn ich nächstes Jahr EUR 50 weniger für Kaffee ausgebe, landet das Geld ja nicht automatisch auf dem Konto eines Bürgergeldempfängers.

Die Studie

ist übrigens der Hammer.

"In der wissenschaftlichen Literatur ist weitgehend unbestritten, dass es für den ökologischen Fussabdruck von Kaffee zwei Hauptfaktoren gibt. Am wichtigsten ist der Anbau der Kaffeebohnen in den Herkunftsländern. Die Kultivierung von Kaffeepflanzen ist meist mit einem beträchtlichen Landverbrauch, einer intensiven Bewässerung sowie dem Einsatz von Pestiziden verbunden. Das sorgt für 35 bis 60 Prozent des gesamten Umwelteffekts.

Der zweitgrösste Fussabdruck entsteht bei der Zubereitung des Kaffees. Hier spielt vor allem eine Rolle, wie viel Energie es für das Aufheizen des Wassers, den Abwasch der Tassen oder die Herstellung und Wartung der Maschinen braucht.

Hingegen spielen Verpackung und Entsorgung für die Ökobilanz eine untergeordnete Rolle. Sie machen nur 5 bis 15 Prozent des CO2-Fussabdrucks von Kaffee aus"

Das hätte ich nicht gedacht.

Ich habe mir die Studien angeschaut: Die schlagen beim Wasserkochen beim Filterkaffee und french Press ordentlich drauf, mit fossil-Strom, veranschlagen dafür auch mehr Kaffeemehl und berücksichtigen auch keinen Kompost, sondern Restmüll. Die ewigen Reinigungsgänge bei den Pad-Maschinen habe ich auch nicht gefunden. Die Pads kommen wegen der sehr geringen Meng an Kaffeemehl bei manchen Berechnungen gut weg.
Die haben ganz klar Annahmen zu Ungunsten der traditionellen Methoden gemacht.

Wenn ich mit Ökostrom nur so viel Wasser heiß mache, wie ich brauche, selbst (bio-Bohnen von Hand) mahle und auch nur soviel aufschütte, wie ich brauche und den Prütt zu meinen Pflanzen oder zum Biomüll gebe, liege ich weit unter dem, was die veranschlagen.

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Kann gut sein, vielleicht wurde die zitierte Studie sogar von Nestle mitfinanziert, vielleicht auch nicht. Ich wollte mit dem Link nur sagen:

Ich verwende keine Kapseln, dafür ist mir das Geld zu schade und ich liebe die Handarbeit bei der Zubereitung. Verbrauche pro Tag aber fast 50 Gramm Kaffee :pensive:

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Es ist in der Tat so, dass man vieles/alles immer noch eins weiter drehen kann - und ich sehe es durchaus auch so, dass man erstens sich nicht zu sehr in Details, die wenig Effizienzpotential bieten, abtauchen sollte.
Es gibt allerdings auf der ökologischen Seite immer eine „objektive“ Trennlinie: ist der Output größer als der Input - jedes System, bei dem das so ist, wird langfristig „leerdrehen“.
Egal, ob das nun der CO2-Ausstoß, Artensterben, der Flächen-, Wasser- oder anderer Ressourcenverbrauch ist (bei der Ökonomie und den Vermögensströmen bin ich mir zugegeben nicht wirklich sicher) - es geht erst einmal immer darum, das System in diesem Sinne nicht zu überlasten.
Aktuell tun wir das aber in allen diesen Bereichen.
Es muss also so lange Ressourcenverbrauch reduziert werden, bis die Ressourcenentnahme durch die Regenerationsfähigkeit wieder ausgeglichen werden kann.
Wenn wir besagtes „Weiterdrehen“ vor diesem Hintergrund beleuchten, so ist es bis zum Erreichen des mindestens ausgeglichenen Bilanz zwischen In- und Output notwendig, weiterzudrehen.
Was natürlich nicht heißt, dabei die Effizienz aus den Augen zu verlieren!
Allerdings darf die Effizienz nicht als Vorwand verwendet werden, die eigenen Pfründe vor einer im Grunde notwendigen Kürzung zu bewahren!
Wenn wir also zur aktuellen Diskussion zurückkehren, und uns die Frage stellen, ob der Verzicht auf die Alukapseln hinreichend sind, die damit verbundenen ökologischen Themenkreise hinreichend zu entlasten, damit Verbrauch und Regenerationsfähigkeit wieder ins Lot kommen, so wage ich zu bezweifeln, dass diese Einschränkung des Genusses hinreichend ist.

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„Landverbrauch“ - das Land wird genutzt nicht verbraucht. Kaffeepflanzen werden ja auch nicht jedes Jahr neu gepflanzt. Ist also eigentlich Buschland.

Bewässerung ist nur dann ein Faktor, wenn ich Kaffee in der Wüste Gobi anbaue. Wenn es insgesamt genug regnet, ist das vollkommen egal.

Da kann man auch Bio-Kaffee kaufen. Und wenn der Kaffee noch Pestizide enthält kann man den vermutlich in die EU gar nicht einführen.

Der hiesige

Strom besteht jetzt schon zu 70% aus erneuerbarem Strom. Also was soll der Quatsch. In ein paar Jahren ist dieses Argument hoffentlich endgültig Tod.

Au weia, jetzt wird es extrem kleinteilig. Wie viel des Wassers, das meine neue moderne Spülmaschine noch verbraucht, soll ich den paar Kaffeetassen zuordnen die da drin sind. Müssen wir da den Riesenbecher von @WitzelJu rausrechner, den Sie ständig braucht und deshalb mit der Hand spült?

Tja, das war ja der Zweck der Studie: Die 9.700 Tonnen (nicht recyclebarer Alu+Plastikabfall spielen also gar keine Rolle! Wie viel würden wohl im Vergleich die 1Kg Plastikverpackungen wiegen in denen man guten Öko-Fairtrade-Espresso kaufen kann?

Ups, der Vergleich fehlt in der Studie.

Übrigens ist: die „dieser Faktor macht nur einen kleinen Teil des Problems aus“-Methode sehr beliebt. Der Fluggesellschaften machen das auch gern.

Dann müsstest du eigentlich einen wacheren Emoji verwenden. Z.B.:flushed:

Welche Einschränkung des Genusses? Ich kaufe für weniger Geld besseren Kaffee. Zugegeben ich kann nicht jeden Morgen eine andere Sorte trinken, aber das sehe ich nicht als Verzicht. Alle unsere Systeme müssen letztlich und langfristig in eine Kreislaufwirtschaft münden. Und irgendwo muss man halt anfangen. So wie die EU das ja jetzt vor hat.

Kaffee-Filter. Aus Papier. Und den verwende ich durchschnittlich zehn mal. Bin ja Schwabe.
Tasse wird nicht gespült. Wozu auch. Trink’ ja nur ich daraus.

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Verzeihe die etwas intime Frage, aber ich kann nicht anders: Hältst Du das bei Deiner Unterhose analog? :wink:

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Aus der trinke ich nicht.

Ja dann … .

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Für reines Aluminium stimmt das!

Was soll diese Aussage in diesem Zusammenhang? Die Kapseln landen im Hausmüll. Wenn du irgendwelche Quellen für ein Recycling dieser Kaffeekapseln hast, dann bitte her damit.

Da gebe ich Dir mal ausdrücklich recht (kommt ja nicht so oft vor), und es ist auch wieder nicht recht. :wink:

Bitte:

Ist zwar vom Hersteller, deswegen kann es aber trotzdem stimmen.