Die zu erwartenden militärischen Israelischen Operationen in Gaza werden Demos wie diese Hamas-Unterstützer in Berlin: Die Verherrlicher des Terrors - taz.de wahrscheinlich verstärkt stattfinden lassen - so lange sie nicht von der Polizei verboten werden - ist eine Beteiligung an einer Gegendemo nicht eine Sache der selbstverständlichen Zivilcourage? Oder ist das schulterzuckend hinzunehmende freie Meinungsäußerung einer politischen Konkurrenz (die allerdings parlamentarisch nicht vertreten ist)?
Die Frage ist bewusst etwas polarisiertend gehalten, da sie meiner gespaltenen inneren Haltung geschuldet ist
Allerdings tendiere ich gefühlsmäßig eindeutig zu ersterem - letzteres ist bei mir nur der Akzeptanz eines intellektuellen Konstrukts geschuldet
Ich tendiere eher zu letzterem. Solidarität mit Palästinensern bekunden ist legitim und auf jeden Fall zu dulden, wenn nicht gar zu begrüßen. Gewaltverherrlichende oder zur Gewalt aufrufende Äußerungen natürlich nicht. Aber da gibt es in den deutschen Gesetzen doch klare Regeln (Volksverhetzung und Co), die man im Einzelfall anwenden kann. Generelle Verbote von pro-Palästina Demos halte ich für falsch und gefährlich, weil sie zum Widerstand dagegen motivieren und den Palästinenser-Anhängern das Gefühl von Unterdrückung auch hierzulande geben.
Also keine Gegendemo, sondern eher mit einer israelischen Fahne mitlaufen, um der Pluralität im Wunsch nach Frieden Ausdruck zu verleihen?
Ich persönlich würde in der jetzigen Situation weder eine israelische noch eine palästinensische Flagge in die Hand nehmen, weil ich beides als nationalistisch spaltend sehe. Meiner Meinung nach sollte man in Situationen des Streits eher das gemeinsame betonen, als Gruppenzugehörigkeit und Ausgrenzung zu zelebrieren. Wie wärs mit einer Friedensflagge?
Zustimmung - die Flaggen werden aber restlich palästinensisch sein - auch das könnte ein Risiko bedeuten - ich glaube natürlich - wie bei fast allen Demos, dass die meisten dort tatsächlich deswegen da sind, weil es ihnen um die palästinensische Zivilbevölkerung und nicht so sehr um die Hamas geht! Ich kenne das allerdings von anderen Demos auch - es ist schwierig, die anderen rauszuschmeißen (wie bei den Autonomen in Wackersdorf auch schon) ich bin mal ebenso gespannt wie aktuell völlig unschlüssig, was ich dann tatsächlich machen werde … ![]()
In Berlin ist die nächste Demo verboten worden, bei der es zu Israel-Feindlichkeit hätte kommen können (kam in der Berliner Abendschau, Abschnitt „Nachrichten“ ![]()
Zumindest haben UNO und EU festgestellt , dass das Aushungern der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. So geht es jedenfalls nicht. Die Terroristen müssen gefasst und bestraft werden. In seiner Hilflosigkeit Zivilisten umzubringen, weil man der Täter nicht dingfest machen kann, sollte in gerade in Deutschland schreckliche Erinnerungen wachrufen.
Hier ein wachsames Auge zu haben ist keine Sympathiebekundung für die Mörderbanden von Hamas, Hisbollah etc. und auch keine Antisemitismus.
Abgesehen davon erreicht man mit all dem nichts. Schon oft ist versucht worden, die radikalen Islamisten militärisch zu besiegen. Es ist nie gelungen. Vielmehr sind nach einigen Zeit neue Terroristen aus den Trümmern und Bombenkratern gekrochen.
Das wäre eine Situation wie im Sudan wo über Monate keine Nahrung zu den Menschen kam.
Wir haben hier den Beginn einer kriegerischen Auseinandersetzung, erst ein paar Tage, begonnen von der faktischen Regierung des Gaza-Streifens.
Als erstes ist die Hamas verpflichtet die eigene Bevölkerung zu versorgen.
Wenn nach nicht einmal 1 Woche von aushungern gesprochen wird,
ist das ein Armutszeugnis für die Hamas.
Zum Thema aushungern sollten wir mit Beginn des Jahres 2024 noch einmal kommen.
Ja, wir in Deutschland haben auch erst kapiert das man eine verbrecherische Organisation nicht unterstützen sollte als der Krieg in Deutschland mit Bodentruppen angekommen ist.
Zur Illustration des Problems - gefunden auf LinkedIn:
Der Gazastreifen ist flächenmäßig gerade einmal so groß wie Bremen und beheimatet über zwei Millionen Einwohner. Die Fläche ist offensichtlich viel zu klein um die Bevölkerung autonom versorgen zu können und es gibt kaum natürliches Süßwasservorkommen auf dem Gebiet. Anders als im Sudan wird nicht ein großes Land isoliert sondern ein sehr enger urbaner Raum. Wenn eine beliebige Deutsche Großstadt für ein paar wenige Tage von der Versorgung abgeschnitten wäre, gäbe es da auch schnell eine humanitäre Katastrophe.
Inwiefern sich Israel bei der palästinensischen Bevölkerung mit der Blockade beliebt macht, kann man sich vermutlich denken - man gießt dort ganz bewusst Öl ins Feuer.
Eher zähneknirschend als schulterzuckend. Wenn offensichtlich zu Gewalt aufgerufen oder Gewalt verherrlicht wird, verbieten, sonst gerne Gegendemos.
Und was ist, wenn beim Dingfestmachen der Täter auch unvermeidbar Zivilisten zu Schaden kommen?
Ich finde es bezeichnend, dass wir schon wieder mehr über die vermeintlichen Verbrechen der Israelis und Europas reden, als über die Schuld der Hamas und ihrer Unterstützer.
Ich glaube, die meisten unterscheiden da nicht so fein säuberlich. Wissen tun wir es beide nicht.
Ich wüsste nicht, welche Gemeinsamkeiten mit der Hamas ich betonen könnte. Genauso wenige wie mit Putin.
Wieviel „unvermeidbarer“ Schaden an Zivilisten ist vertretbar? Macht es einen Unterschied an welchen Zivilisten der Schaden entsteht? Inwiefern Lebensmittel wie Wasser und Nahrung verwehren ein unvermeidbarer Schaden ist, erschließt sich mir aber in keinem Fall.
Die israelische Regierung spricht von „Vergeltung“ und „Rache“. Die scheinen gar kein Interesse an „dingfestmachen“ zu haben. Reuters hat übrigens seit Tagen einen Livestream von der „Skyline“ Gazas. Wer sich daran ergötzen möchte, wie in Gaza nun Vergeltung und Rache geübt wird:
LIVE: Gaza skyline changes in real-time after Hamas launched attack on Israel - YouTube
Es geht in diesem Thread um den Umgang mit pro-Palästina Demos, da finde ich es nicht verwundertlich, dass dort die palästinensischen Interessen im Fokus stehen.
Hamas ist nicht gleich Palästina und ist auch nicht gleich Palänstinenser, aber wie du ja selbst festgestellt hast …
Davon habe ich nicht gesprochen. Aber wenn eine Raketenstellung auf dem Dach eines Supermarkts ist, was soll das israelische Militär machen?
Ich habe damit auch Probleme.
Ich wundere mich nicht, ich finde es nur bezeichnend, dass wenige Stunden nach dem brutalen Überfall der Hamas schon wieder palästinensische Interessen im Fokus stehen.
Es wäre übrigens im besten palästinensischen Interesse, wenn irgend jemand die Hamas, die die gesamte Bevölkerung in Gaza als Geisel für ihre fundamentalistischen Machtinteressen nimmt, gründlich und nachhaltig beseitigen würde. Das war mit den Nazis in Deutschland nicht viel anders.
Wie Du siehst unterscheide ich sehr wohl zwischen Palästinensern und Hamas. Allerdings kann man mit den Palästinensern in Gaza leider nicht direkt verhandeln, nur mit der Hamas. Und mit denen sehe ich keinerlei Gemeinsamkeiten, siehst Du welche?
Das stimmt so nicht. Viele Deutsche waren durchaus Opfer - Opder eines Regimes, dass sie durch brutalen Terror zum „Mitmachen“ zwang/sie ruhig stellte und z.B. der Flächenbombardements, deren Zweck es ja ausdrücklich war, die Moral der Bevölkerung zu brechen.
Wenn es anderes wäre, könnte man ja heute kaum von einer Befreiung von der Nazidiktatur sprechen.
Ich nehme mal an, dass nicht alle Bewohner des Gazastreifens und auch nicht die Bewohner der Westbank Gefolgsleute von Hamas etc. sind.
Die Angelegenheit ist komplizierter.
Jedenfalls glaube ich nicht, dass man in der Lage sein wird, die Hamas mittels der jetzt gewählten Methoden auszuschalten. Das hat auch in der Vergangenheit nicht funktioniert.
Im Gegenteil! Man hat die Gewaltspirale nur ein Stück weitergedreht.
„Man hat“ oder „die Hamas hat“?
Wichtige Frage !
beide Seiten agieren und reagieren in einer Weise, die keine Lösung zulässt, nur weiteren Kampf.
Beide Seiten verweisen zur Begründung auf das Verhalten des anderen, zT zu Recht, blenden aber das eigene Verhalten dabei aus.
Wenn man die Frage stellt, „wer hat angefangen?“, kommt man ganz am Ende dazu, dass der Staat Israel durch vor allem britische (wenn ich recht erinnere) und internationale Unterstützung den Bewohnern Palästinas sozusagen vor die Nase gesetzt wurde.
Das weckt natürlich Widerstand, man muss sich das für uns vorstellen (10 Mio. Bewohner Nordafrikas bevölkern ab morgen MeckPomm, weil die UNO da einen Staat gegründet hat).
Die Juden wiederum wollten sich nach dem Holocaust die Chance eines eigenen Staates nicht entgehen lassen, was auch verständlich ist.
Aber das set-up war zum Scheitern verurteilt.
Mittlerweile ist die Sache so verfahren und beide Seiten haben soviel Blut vergossen, dass ich mich mit einseitigen Schuldzuweisungen für das große Ganze schwertue und auch keine Lösung erkennen kann.
Nur die jeweilige Einzealaktion kann man halbwegs bewerten, und da ist der Überfall der Hamas sicher ein Verbrechen. Die Reaktion der Israelis wirft aber auch Fragen aus, sagen wir mal so.
Andererseits: wer weiß, wie wir reagieren würden, wenn wir so angegriffen würden?!
Zumal alles, was die Israelis tun, wahrscheinlich mit Gewalt beantwortet wird.
Reagieren sie zögerlich oder beschwichtigend, wird das als Schwäche verstanden und ausgenutzt.
Reagieren sie hart, ist es Unterdrückung und Grund zur Rache.
Ich kann mich nur schwer hineinversetzen in diese Situation …
Hinzu kommt, dass es auf beiden Seiten Personen und Fraktionen gibt, die von einer Eskalation politisch oder persönlich profitieren.
Netanjahu rettet sein politisches Überleben, zumindest vorübergehend, und für die Hamas ist der Kampf gegen Israel offenbar ohnehin ihre Existenzberechtigung.
Was für eine Scheiße …
Ich würde mich davon lösen, die Situation nahen Osten rein auf Basis die brutalen Terroranschlags vom Wochenende zu beurteilen. Die Geschichte ist komplizierter und hat, da es sich um eine Eskalationsspirale und nicht um einen singulären Vorfall handelt, eine Vorgeschichte. Und diese Vorgeschichte ist kein Schwarzweißbild.
Die EU hat sich in der Vergangenheit klug verhalten und eben dies in ihrem politischen Handeln berücksichtigt. So hat sie z.B. auf Zweistaatlichkeit gepocht, die Netanjahu und insbesondere die rechtradikalen Siedler in der Regierung den Palästinensern absprechen
Ganz abgesehen davon ziehen eine ganze Reihe von Mächten hier die Fäden und steuern die Akteure vor Ort.
Ganz abgesehen davon ziehen eine ganze Reihe von Mächten hier die Fäden und steuern die Akteure vor Ort.
Da fällt mir eigentlich nur der Iran ein.
Die Geschichte ist komplizierter und hat, da es sich um eine Eskalationsspirale und nicht um einen singulären Vorfall handelt, eine Vorgeschichte.
Die Lage im Gaza war eigentlich recht stabil, vielleicht zu stabil für die Hamas. Der Krieg mit Israel ist nicht nur ihre Existenzberechtigung sondern auch ihre Existenzgrundlage.
Die Situation Israel / Palästinenser ist natürlich wesentlich komplexer, hier wurden und werden von beiden Seiten schwere Fehler gemacht, vor allem von israelischer Seite die Siedlungspolitik auf der West Bank. Das hat aber mit der Hamas wenig zu tun, dort herrscht die Al Fatah, von denen ich bisher zum jüngsten Krieg nichts gehört habe.
