Heute Nachmittag im Supermarkt: gähnende Leere in einigen Regalen. „Hamsterkäufe“, erklärte der Kassierer. Eine Regalwand hatte schon die Ausmaße der großen Klopapier-Krise von 2020. Der Norden rüstet sich! Und kauft Hamster. Oder eben drei Paletten doppellagiges Gold. Das Radio sendet alle halbe Stunde: „Bevorraten und rüsten Sie sich, warnt die Regierung." Wahrscheinlich ist die Landesregierung heimlich am Umsatz der Konservendosen-Industrie beteiligt.
Letztes Wochenende in Kiel fielen drei Zentimeter Schnee – also quasi Puderzucker auf dem Asphalt – und der Räumdienst warf sofort das Handtuch. Die Busse blieben direkt im Depot, wahrscheinlich aus Angst, eine Schneeflocke könnte den Lack zerkratzen. Als Zeitzeuge der Schneekatastrophe 1979 kann ich da nur müde lächeln. Damals haben wir uns zur Haustür rausgegraben, heute kriegt das Land bei einer Pfütze mit Schnupfen schon einen Nervenzusammenbruch.
Angeblich soll die Lage jetzt wieder wie ’79 werden. Bisher sehe ich draußen: absolut gar nichts. Aber im Fernsehen laufen schon die Sondersendungen mit Archivbildern, um die Panik bei Laune zu halten. Und natürlich: Schulfrei! Die Kinder von heute denken wahrscheinlich, Schnee sei eine gefährliche chemische Substanz, die beim ersten Kontakt zu sofortiger Arbeitsunfähigkeit führt. Ein Hoch auf den medialen Hype um ein paar verirrte Eiskristalle!
Währenddessen tuckert die AIDA trotz angesagtem Schneesturm seelenruhig Richtung Kanaren. Solange sie vor Kiel nicht gegen einen treibenden Eisberg (oder einen liegengebliebenen Linienbus) knallt, haben die alles richtig gemacht.
Ehrlich gesagt, kommt mir das ganze Theater reichlich seltsam vor. Früher hieß das einfach „Winter“, heute ist es gleich ein „Schneechaos“. Für mich fängt das Chaos erst an, wenn ich die Haustür öffne und gegen eine weiße Wand laufe. Sind wir als Gesellschaft mittlerweile so weichgespült, dass wir bei jedem Wetterbericht, der nicht „heiter bis wolkig“ sagt, sofort in den Überlebensmodus schalten?
Ich habe jedenfalls meine batteriebetriebenen Lampen aus der Gartenhütte gerettet. Man weiß ja nie – am Ende fällt der Strom aus, weil eine Schneeflocke ungünstig auf ein Umspannwerk gehustet hat. Oder die Linken den Widerstand proben. Morgen hole ich noch sicherheitshalber die Schaufel raus. Falls ihr nichts mehr von mir hört: Ich bin dann mal eingeschneit und ernähre mich von meinen gehamsterten Vorräten bei Kerzenlicht.
sind halt alle froh, wenn sie was gruseliges zu berichten haben.
erst Tote in der Schweizer Bar.
jetzt Tote im deutschen Schneechaos.
Ist ja sonst nix los auf der Welt
Und Du weißt: wenn Dir ein Eisbär begegnet, nicht wegrennen!!
Gestern vormittag war ich eine Stunde für 5 km unterwegs.
Letzten Freitag auf der A 7 ebenfalls, weil Schneegestöber und auf dem Rückweg wegen Blitzeis und Unfall eine Stunde für 4 km.
Ich weiß aber auch, dass in Neumünster nichts ist.
Hier in Hamburg ist aber Autofahren kaum möglich gewesen und ich bin froh, dass ich jetzt nicht zur Schule muss.
Na und, die Wetterlage ist vermutlich in vielen Bundesländern unterschiedlich und es gibt tatsächlich Gebiete, die besonders schlimm betroffen sind und ich bin heilfroh dass ich dort nicht wohne.
Wie üblich war es bei uns am Niederrhein nicht so schlimm. Gestern Abend hat es sogar geregnet, augenblicklich haben wir 6 Grad plus und es ist am schmilzen.
Die leeren Regale in den Geschäften lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, da viele Geschäfte Anfang des Jahres ihre jährlichen Inventuren durchführen.
Es ist deshalb ein Chaos, weil die Räumdienste im Laufe der Jahre zusammen gestrichen wurden.
In Orten, in denen regelmäßig Schnee fällt, werden die Straßen öfter geräumt, weil es mehr Räumfahrzeuge gibt. Dafür wird dann auch mehr Geld in den Stadthaushalt eingeplant.
Für die Gehwege kauft man sich dort entweder privat eine Schneefräse oder engagiert sich privat einen professionellen Räumdienst. Damit steigen dann allerdings die Mietnebenkosten, und das will ja keiner ? ?
Bei uns klappt es gut gemeinsam mit den Nachbarn in Eigenleistung, unseren gigantischen Gehweg (Eckgrundstück mit viel Laufkundschaft) frei zu halten, aber die Straße auch noch selbst zu räumen, wäre mir zu viel. Das könnte die Stadt besser machen, und insbesondere auch die Radwege mit räumen.
Bis jetzt hat es nicht wieder geschneit (Montag zuletzt), obwohl Schnee für heute angekündigt war. Es liegt zwar noch Schnee, aber bestenfalls 5-10 cm.
In München gibts schon gar keinen Schnee mehr - obwohl die letzte Woche vielversprechend aussah - aber die Prognosen waren bereits letzte Woche eher schlecht
Klingt erneut wie eine Einladung ich komme bei Gelegenheit darauf zurück.
Da ich ohnehin keine Berge brauche, da ich „nur“ umweltverträgliches Langlaufen betreibe, brauche ich gar keine hohen Berge..
Derzeit müsste ich allerdings - ebenfalls umweltverträglich - in die Alpen mit dem Zug fahren - das ist zeitlich rel. Aufwendig ’ ich habe die Hoffnung nach ortsnahem Schnee aber noch nicht aufgegeben. Und spätestens, wenn der Golfstrom zusammenbricht, stehen mit - was Langlauf angeht, ohnehin goldene Zeiten bevor
So sah es am östlichen Rand des Ruhrgebietes, 35 km nordöstlich von Dortmund, seit gestern auch wieder aus, obwohl es erst zögerlich und in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erstmals diesen Winter kräftig geschneit hatte. Es war schön mal wieder. Jetzt soll es morgen wieder in den Frostbereich gehen und nochmals ein wenig schneien und dann aber wieder wärmer werden.
Bis auf Ende November bis nach Weihnachten 2010 und eine knappe Woche im Jahr 2021 waren die Winter hier aber nicht mehr vergleichbar mit denen, die wir bis etwa Anfang der 80er Jahre noch hatten. Damals war auf unserem Rodelberg eines Nachts so viel Schnee gefallen, dass die schöne glattgefahrene Piste erstmal nicht mehr zu gebrauchen war und fast jedes Jahr gab es einen Schneemann bei uns im Garten - und das tief im flachen Westen.