Wolfsgruß im Stadion

Wolfsgruß bei Türkei-Spiel der EM: Wie rechtsextrem ist die Geste? - Nachrichten - WDR

Ich hatte mir heute Gedanken zu diesem Thema gemacht. Auf die Schnelle habe ich nur einen sachkundigen Bericht des WDR gefunden. Allerdings habe ich auch meine eigene Meinung und lade zur Diskussion ein:

Ich verstehe den Wolfsgruß als einen abgrenzenden Gruß der Identität gegenüber anderen Nationen. Er schadet damit der Nationengemeinschaft in einem erheblicheren Maße als die übliche und von allen Nationen offen, teils als Kleidungsüberzug getragenen Nationalflaggen, (auch ganz natürlich von Sportlern*innen bei z.B. Veranstaltungen in der Leichtathletik).

Ich glaube, dass an diesem „Wolfsgruß“ der Unterschied klar wird zwischen abgrenzendem Nationalismus gegenüber Stolz und Freude, möglicherweise Patriotismus zu dem man hält, der getragenen Fahnen im Meer der Fahnen aller.

Aus diesen Gründen war das Einschreiten der UEFA gegen den türkischen Spieler Merih Demiral richtig.

Mit dieser Begründung von mir, warum es falsch war, hätte meines Erachtens aber über das Strafmaß, einer Sperre des Spielers für zwei Spiele nachdenken müssen. Das war nicht gut gewesen. Besser wäre eine Aufklärung in diesem Sinne von dem Verbot von in ihrer Totalität abgrenzenden Erkennungssymbolen im Sport, der ja für alle Nationen, alle Geschlechter und sexuelle Neigungen, sowie alle Hautfarben gemacht ist, um sich leistungsmäßig zu messen und obwohl aller Anstrengungen darüber Erfüllung zu finden.

Die Szene im Stadion jedenfalls fand ich befremdend, was daran wohl festgemacht werden kann, dass sie sich für den gemeinsamen sportlichen Wettbewerb - mit auch allen Rivalitäten für uns abgrenzt und dadurch eine Unfairness darstellt.

Ob Merih Demiral das wollte, als er den Gruß, der in Teilen der türkischen Fanszene positiv aufgenommen wird, in die Fans aussendete, ist zu bezweifeln. Ich glaube ihm Boshaftigkeit gegenüber anderen Nationen, in dem Fall den Österreichern gegenüber auszudrücken, wäre eine nicht standfeste Einschätzung.