Worauf sich die Ampel im Haushaltsstreit geeinigt hat

Nach tagelangen Verhandlungen haben die Spitzen der Ampel-Koalition eine Einigung über den Bundeshaushalt für 2024 erzielt.

SPD, Grüne und FDP wollen nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an ihren zentralen Zielen festhalten, sehen sich aber nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts zu Kürzungen und Einsparungen gezwungen. «Die machen wir nicht gerne, klar, sie sind aber nötig, damit wir mit dem Geld, was uns zur Verfügung steht, hinkommen», sagte Scholz am Mittwoch in Berlin.

Nach seiner Darstellung werden klimaschädliche Subventionen abgeschafft, Ausgaben einzelner Ressorts reduziert und Bundeszuschüsse verringert.) Die Ampel prüfe auch eine Ausnahme von der Schuldenbremse für die weiteren Zahlungen für die von der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 betroffenen Menschen. Sie werde auf die Union als größte Oppositionsfraktion zugehen und um deren Unterstützung für diesen Schritt werben.

Der Kanzler bekräftigte die drei zentralen Ziele der Ampel-Koalition: «Wir treiben den klimaneutralen Umbau unseres Landes kraftvoll voran. Wir stärken den sozialen Zusammenhalt. Und wir stehen eng an der Seite der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland.» Diese drei Ziele leiteten die Bundesregierung unverändert. «Klar ist aber, wir müssen mit deutlich weniger Geld auskommen, um diese Ziele zu erreichen.»

Anhebung des CO2-Preises

Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds

Lindner: «Keine Reduzierung sozialer Standards»

Laut Habeck soll auch die Förderung für den Kauf von Elektro-Autos früher als geplant auslaufen. Bislang war das Jahr 2025 vorgesehen. Darüber hinaus werde es Kürzungen in der Solarindustrie geben. «Das tut mir weh», sagte Habeck mit Blick auf beide Maßnahmen.

Trotz Haushaltsbereinigung umfassende Hilfen für die Ukraine

Bundestagsbeschluss wohl im Januar

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Die Regierung will 2024 die Schuldenbremse einhalten, hält sich aber Hintertüren offen.

Die Ampelregierung will im kommenden Jahr die Schuldenbremse einhalten - zumindest vorerst. Das gaben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt. Um die Ziele zu erreichen, müsse man mit deutlich weniger Geld auskommen. Scholz, Lindner und Habeck kündigten Einsparungen an.

Der geplante milliardenschwere Zuschuss zu Entgelten für das Stromnetz soll ebenfalls gestrichen werden. Heizen, Tanken und auch der Strom dürften wohl deutlich teurer werden.

Einsparungen gibt es auch beim Klima- und Transformationsfonds, aus dem der Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft bestritten werden soll. Der Topf bleibt zwar bestehen, soll aber um zwölf Milliarden Euro gekürzt werden.

Die Ampel hält sich im Haushalt jedoch explizit die Hintertüren offen, die ihnen das Gesetz zur Schuldenbremse ermöglicht: In Notlagen wie der Flutkatastrophe im Ahrtal 2022 werde man Schulden oberhalb der Bremse aufnehmen. Auch für den Fall, dass sich die Lage an der Front in der Ukraine verschärft, werde man die Lage neu bewerten. Gleiches soll für das Szenario gelten, wenn andere große Geldgeber für das Land wegfallen - etwa die USA.

In seiner Regierungserklärung nimmt Scholz auch explizit den Bundestag in die Verantwortung. Sollte die Regierung zu dem Schluss kommen, die Haushaltslage neu zu bewerten und eine Notsituation auszurufen, werde man einen Überschreitensbeschluss ins Parlament einbringen.

Na super, jetzt haben wir den Salat. Danke Friedrich Merz, Christian Lindner und BVerfG. Super Teamwork.

Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds

Die Ampel-Koalition will zudem bis 2027 Klimaschutz- und Transformationsprojekte im Volumen von 45 Milliarden Euro kürzen. Der Klima- und Transformationsfonds bleibe das zentrale Instrument des Bundes für den klimaneutralen Umbau des Landes, sagte Scholz. Er habe noch immer ein Gesamtvolumen von 160 Milliarden Euro. Allein 2024 würden die Ausgaben aber um 12 Milliarden Euro verringert.

:confounded: :persevere: :weary: :face_with_symbols_over_mouth:

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ja, schade drum.
Und wer hat jetzt bei der ganzen Aktion was gewonnen?
Das einzig positive (klimamäßig gesehen) ist die Erhöhung des CO2-Preises.
Ansonsten hat Merz (echte oder vermeintliche) Punkte im Wahlkampf gemacht und die Ampel schlecht aussehen lassen. Inhaltlich hat er nix bewirkt, sondern nur geschadet. Aber er hat sich super dabei gefühlt, das merkt man ihm an.
Ist doch auch schön :grinning:
Merz fehlt wirklich jedes Format. Sauerland.

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Unsere Nachkommen werden etwas weniger Schulden abarbeiten müssen.

Nicht wirklich - ich würde annehmen dass verschleppte Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz unterm Strich teurer sind als die aktuellen Zinsen.

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Bei den hohen Temperaturen dann ist das natürlich besser, wenn man nicht so hart arbeiten muss.

Aber da du anscheinend auch der Mär von den hinterlassenen Schulden aufsitzt, nochmal: Wir hinterlassen unseren Erben weit mehr Vermögen als Schulden.

Hast du es mal zusammen gerechnet, wie viel das ist?
Oder steht das im Haushalt der Bundesregierung wie bei einer Firma, und wo kann ich es einsehen?
Das ist eine Frage aus Interesse, die mir jetzt gerade erst gekommen ist.

Weil Du mich so nett bittest, habe ich für Dich gegoogelt:

Bund, Länder und Gemeinden sowie ihre Extrahaushalte waren Ende 2021 mit rund 2.320 Milliarden Euro verschuldet. (Quelle: Bund der Steuerzahler)

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland beträgt 7.393 Milliarden Euro. Das private Sachvermögen insgesamt beträgt etwa 10,8 Billionen Euro. (nach Statista)

Das meinte ich nicht, sondern das Gemeinschaftseigentum des Bundes, denn das ist es ja, was wir den nächsten Generationen als Staat vererben.

Nein, wir vererben auch die Privatvermögen. Wenn wir nur 13% Prozent als Erbschaftssteuer erheben, könnten wir damit alle Staatsschulden begleichen.

Ich finde es unseriös, die Privatvermögen gegen die Staatsschulden zu rechnen. Das löst Ängste in der Bevölkerung aus, dass der Staat sich jederzeit an ihrem Eigentum bedienen möchte.
Sind diese Ängste etwa berechtigt?

Es ging darum, was wir unseren Kindern vererben. Das ist eine seriöse Rechnung.

Vor meinem geistigen Auge erscheinen jetzt Kinder, denen wir Staatsschulden vererben, die sie dann bei Oligarchen abarbeiten können. Das ist zwar eine seriöse Rechnung, aber keine erstrebenswerte Zukunftsvision.

Jetzt schreibst Du Blödsinn. Das Vermögen liegt nicht nur bei Oligarchen. Und der Staat könnte es sich, z.B. über die Erbschaftssteuer, anteilig holen.

Und kein Mensch muss Staatschulden abarbeiten. Was soll das?

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass dies zwar möglich ist, aber Ängste auslöst, wenn es so unkonkret im Raum steht. Es gibt ja bereits eine Erbschaftssteuer und auch einen thread dazu.

Ich habe Dir nur klarmachen wollen, auf deine Bitte, dass wir mehr Vermögen als Schulden vererben. Das scheint aber nicht möglich zu sein. Ich gebe auf.

Wenn etwas Ängste weckt, dann ist es nicht irgendeine Idee von mir in diesem Forum, sondern die ständige irreführende Behauptung, wir hinterließen unseren Kindern nur Schulden. Diese Angst wird immer wieder geweckt, so auch jetzt,um damit den Abbau von Sozialleistungen zu rechtfertigen.

niemand wird diese Schulden „abarbeiten“, was sind denn das für Ammenmärchen?!
Wie soll denn das aussehen?
Glaubst Du, irgendwann sagt ganz Deutschland „jetzt zahlen wir alles zurück“ und dann …, ja, was dann??? Erklär doch mal, was dann passiert?
Wie sieht dieses „Abarbeiten“ aus?
Staatsschulden werden nicht zurückgezahlt, soweit ich das überblicke.

Allenfalls gibt es eine Währungsreform oder eine Staatspleite und dann geht es von vorne los.

was ist denn das „Gemeinschaftseigentum des Bundes“?
was meinst Du damit?
Die Autobahnen?

das scheint bei Dir Ängste auszulösen, warum auch immer.
Ich finde das sehr beruhigend.
Wenn wir wollen, können wir alle Schulden sofort tilgen. Ist doch wunderbar.
Wer ist denn „der Staat“? Woher bekommt er das Geld zur Schuldentilgung?
Muss ja wohl von den Bürgern und den Unternehmen kommen, als Steuern.
Wenn dort soviel Vermögen vorhanden ist, dass es mehrfach zur Schuldentilgung reicht, ist das doch traumhaft.

Was für Oligarchen??? Das sind Hirngespinste.
Dein geistiges Auge braucht eine Brille.
Die Kinder (=die künftige Bevölkerung) haben doch eben soviel Vermögen, dass sie die Schulden notfalls zahlen können, siehe oben.

So ist es.
Auch das ist ein Bildungsproblem. Man kann bei uns 10 oder mehr Jahre zur Schule gehen, sogar Abitur machen und studieren, ohne dass einem beigebracht wird, wie Wirtschaft funktioniert.

Ja, zum Beipspiel. Auch das Schienennetz der Bahn, die Regierungsgebäude mit ihren Grundstücken (nehme ich zumindest an).

Der Staat bekommt das Geld aus den Steuereinnahmen. Das kann man sich ungefähr so vorstellen wie eine Gemeinschaftskasse in einer Wohngemeinschaft. Wenn die leer ist, können sich die Mitbewohner darauf einigen, dort wieder etwas einzuzahlen oder eben nicht.

Der Staat sind wir alle, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Es gibt da verschiedene Varianten, die alle nicht schön sind. Andere Länder und auch Deutschland in der Historie haben es schon vorgemacht. Soll ich die jetzt alle aufzählen?

Du solltest lieber einsehen, dass das Vermögen, welches privat ist, tabu ist. Diejenigen, die viel davon haben, können locker jederzeit die Staatsangehörigkeit und den Wohnsitz wechseln. Die anderen beißen dann die Hunde.

Das kann sich die EU leisten oder die USA, die eine eigene Notenbank haben.

Der, dem das Wasserwerk gehört, der, dem die Wohnung gehört, der, dem das Elektrizitätswerk gehört. Noch nie Monopoly gespielt?

Blödsinn, es gibt Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer und auch die Vermögenssteuer ist nur ausgesetzt und nicht abgeschafft.

Das Vermögen der Deutschen gehört genau so zur Erbschaft wie die Staatsschulden und wenn der Staat für die Rückzahlung Steuern erhöht, egal welche, kann er das so gestalten, dass er nicht die Armen trifft, sondern die Reichen, die viel geerbt haben.

Das tut er aber nicht und wird er auch nicht. Für die Reichen gibt es Familienstiftungen, so dass sie gar keine Erbschaftssteuern bezahlen.