das Thema dieses Thread soll sein, Arbeitsmodelle für eine bessere Welt zu diskutieren ![]()
und für einen musikalischen Beginn:
das Thema dieses Thread soll sein, Arbeitsmodelle für eine bessere Welt zu diskutieren ![]()
und für einen musikalischen Beginn:
Ich darf mal etwas ausholen zum Thema Arbeitswelt.
„Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.“ - [1]
Im Jahr 2017 musste die Geschichte der Menschheit umgeschrieben werden: Archäologen fanden in Marokko ein 315.000 Jahre altes Skelett eines Homo sapiens. Ganze 100.000 Jahre älter als der bisher früheste Fund, zeigt es, dass Menschen noch früher in Afrika lebten und sich dann auf der ganzen Welt verteilten. Über den Großteil unserer Existenz als Spezies war das nomadische Umherziehen die natürliche Lebensweise als Jäger und Sammler. Doch vor ungefähr 12.000 Jahren änderte sich das für immer.
Der Geschichtsprofessor und Bestsellerautor Yuval Noah Harari bezeichnet das als den „größten Betrug der Geschichte“. Seiner Meinung nach arbeiteten Jäger und Sammler weniger und waren widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten. Ausgrabungen zeigen, dass die Lebenserwartung von Menschen vor der landwirtschaftlichen Revolution 15 bis 20 Jahre höher lag als die der ersten Bauern.
Wer in der Steinzeit die Geburt und das Kindesalter überlebte, konnte gut und gerne 75 Jahre alt werden.
Also warum streben wir im Moment alle danach zu arbeiten, viel Geld zu verdienen und das Geld dann dazu zu verwenden uns möglichst weit weg von Zuhause von der ganzen Arbeit zu erholen?
Warum arbeiten wir nicht alle weniger, besitzen nicht mehr über 10.000 Dinge und lassen es uns einfach gut gehen?
Vier Jahre lichtete die belgische Fotografin Barbara Iweins jedes ihrer Besitztümer ab. Sie zählte 12.795 Dinge in ihrem Haushalt und stellte fest, dass sie 99 Prozent davon nicht wirklich brauchte.
Douglas Adams; Das Restaurant am Ende des Universums ↩︎
das ist ja keine ganz neue Frage, sagen wir mal so.
Und die Antwort ist doch ziemlich einfach: Besitz suggeriert Sicherheit, weil man in der Not vorbereitet ist (auf was auch immer) und einem nichts Materielles fehlt.
Das ist wie beim Eichhörnchen, das Nüsse sammelt und lagert.
Oder wie der Bär, der sich für den Winter 20 kg Fett anfrisst.
Vorsorge für schlechte Zeiten.
Und vor langer Zeit war das wahrscheinlich häufig lebenswichtig.
Wenn Du nicht genug Holz und Essensvorräte hast, überlebst Du den Winter nicht.
Ob das heute noch rational ist, sei dahingestellt.
Aber das ist wieder eine der Verhaltensweisen, die so tief sitzt, dass sie nicht rational abgeschafft werden kann.
Extrem verkürzt gesagt steckt hinter dem Wunsch nach Besitz und Geld die Angst vor dem Tod. Und diese Angst ist die stärkste Triebfeder überhaupt.
Wie kann man mit Hilfe von Ausgrabungen auf eine statistische Größe wie die Lebenserwartung schließen? Dazu müssten die repräsentativ sein.
Zwei Gründe: 1) viele Menschen arbeiten gerne und 2) das Einkommen wird als Maßstab für die Wertschätzung in der Herde (= Gesellschaft) gesehen. Das drückt sich dann auch in der Größe des Hauses, des SUV und der Grillstation aus.
Da magst du Recht haben. Allerdings bin ich mir ganz sicher, daß keines der 10.000 Dinge die bestimmt immer noch in unserem Haus sind, mich vor dem Tod retten kann.
Ich sage ja nicht, wir sollen wieder in Höhlen leben und uns von Nüssen und Bären ernähren. Das würde eh nicht mehr funktionieren, weil es zu wenig Bären gibt. Doch anscheinend haben wir es mal 100.000 Jahre geschafft ohne 20 USB-Ladekabel zu leben.
Manchmal auch andersrum
Nüsse und Beeren! Die Bären haben sich von uns ernährt! ![]()
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? (Matth. 6,24 ff)
Nun man kann sicher das Alter der Personen bestimmen deren Knochen man findet? Aber ich bin kein Altsteinzeitforscher.
Ich habe aber diese interessante Seite gefunden:
das ist rational gedacht.
Aber der Mensch entscheidet am häufigsten irrational, nach Gefühl.
Und der Wunsch nach Besitz = Absicherung = Vorsorge = Überleben
Es ist nicht kompliziert.
Dass man das kann, ist Mindestvoraussetzung. Aber es alleine reicht nicht. Man braucht eine repräsentative Stichprobe. Ob die bisherigen Funde aus der Steinzeit dafür reichen?
Ich kann mich bei diesem Thema, wie bei vielen anderen nur auf den aktuellen wissenschaftlichen Konsens beziehen. Wenn es Dir wirklich wichtig ist, könnte ich im Literaturverzeichnis von „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ mal nachsehen auf welche Quellen sich Harari stützt.
Der entsprechende Wikipedia-Artikel verweist auf diese Quelle:
Michael Gurven, Hillard Kaplan: Longevity Among Hunter-Gatherers: A Cross-Cultural Examination. In: Population and Development Review. Band 33, Nr. 2, Juni 2007, S. 321–365, hier S. 349 (englisch; PDF-Datei; 1,4 MB; 46 Seiten auf anth.ucsb.edu).
Aber wir kommen glaube ich etwas vom Thema ab. Es geht ja nicht um die Vergangenheit der Arbeit sondern um deren Zukunft. Oder? ![]()
Hast Du nicht mit Deinem Zitat von Harari etwas in die Vergangenheit ausgeholt? Wenn man über die Zukunft diskutieren will, ist der Blick in die Vergangenheit u.U. sehr hilfreich. Schließlich sind wir ja nicht aus der Kokospalme gefallen.
Tja, wenn wir uns so einig sind, dass es viele solcher Argumente gibt, die zeigen, dass wir mit diesen Steinzeitkonzepten offensichtlich nicht mehr richtig und in den kommenden Jahren/Jahrzehnten immer weniger angepasst sind (nach wie vor passen nicht wir uns an die Umgebung an sondern passen die Umgebung an uns an), da wir genau durch diese fast schon unverrückbaren Verhaltensweisen die Erde auf eine Weise verändert haben …
Und nach wie vor ungebremst weiter verändern - eben wegen dieser inzwischen völlig überholten Konzepte - warum sind wir denn nicht einig darüber, dass das eigene Aussterben relativ nahe ist - irgendwann wird es zu heiß, zu wenig sauberes Trinkwasser, zu wenig genießbare Nahrungsmittel (alles aus den zitierten Gründen) - hinzu kommen noch Artenschwund und reduzierte nutzbare Landfächen?
Arbeit könnte doch - zumindest als intelletuelles Konstrukt - als Lehre aus den genannten Punkten eher sozial gedacht werden.
Die überflüssigen Besitztümer (egal, ob nun Haushaltswaren im Kleinen oder Mietobjekte im Großen) könnten der Allgemeinheit günstig als Schenkung oder geringe Vermietung zugänglich gemacht werden - auch hier wieder bleibt es als Motivation ein rein intellektuelles Konstrukt, weil wir so sind wie wir eben sind - also verloren…
Komisch, das so wenige diese beiden möglichen naheliegende Schlußfolgerung daraus aber immer noch nicht ziehen… Weder die des bevorstehenden Aussterbens - noch die des Konzept des konsequenten Verschenkens…
Irgendwie glaube ich nicht, dass wir Aussterben werden. Also irgendwann schon, aber nicht so bald. Und schon gar nicht wegen meiner zwei Fernseher.
das deutet nicht auf Aussterben hin, sondern auf gewalt(tät)ige Verteilungskämpfe. Der Mensch als Spezies wird es überleben, aber die Zahl der Menschen wird sich wohl reduzieren.
Selbst wenn das Klima um 5° steigt, wird es noch einige Orte geben, die ein Überleben erlauben, mit unserer Technologie wahrscheinlich genügend für ein paar Milliarden Menschen. Dann könnte eine Selbstregulierungseffekt einsetzen: weniger Menschen bedeutet weniger CO2 bedeutet irgendwann wieder Rückgang der Temperatur. Dann wird vermutlich eine umgekehrte Diskussion mit Warnungen vor einer neuen Eiszeit einsetzen (nein, ich will damit die Warnungen vor der Erderwärmung nicht diskreditieren)
Naja, aber das ganze Ökosystem würde kollabieren, Tiere und Pflanzen könnten sich nicht so schnell anpassen. Ackerbau wird sehr schwierig werden und Extremwetter mit Dürren und Überflutungen. Bin mir nicht sicher, ob das wirklich Milliarden von Menschen überleben, will das aber auch nicht wirklich wissen.
Das Ökosystem würde sich stark ändern, aber es wäre immer noch ein Ökosystem.
Evolutionär passen sich die meisten niederen Tiere und Pflanzen schneller an, als der Mensch, weil sie eine viel kürzere Generationenfolge haben. Bäume hätten natürlich ein Problem. Der Mensch wäre nur durch den Einsatz seines Gehirns (Technik) schnell anpassbar.
Hängt sehr von der Frage ab, wie die Verteilungskriege laufen - wenn es ein postnuklearen Winter gibt, der die nächsten 10 Jahre überall zu arktischen Temperaturen führen, die - von dem dann existierenden Orientierungsproblemen und besagter arktischer Kälte mal abgesehen nicht nur das absolute Nahrungsangebot dramatisch reduziert sondern auch zu z.T. tödlichen radioaktiven Dosen führt…
Was die Chemiewaffen angeht, so lagern allein in USA genügend Material, um die Erde mit einer 100m dicken absolut tödlichen Schicht zu überziehen…
Es ist sicher richtig, das das nicht die einzig möglichen Szenarien sind - sie per se auszuschließen, im Sinne „wir werden doch sicher überleben, weil das schon seit unserem Existenzbeginn so erfahren haben“ ist auch verkehrt - überdies wird selbst bei einer Reduktion auf 500 Mio Menschen das schwierig zu vermitteln im Sinne von „Hey Leute, es sterben bei de Verteilungskriegen nut 90%“ - die Frage ist unmittelbar: Warum wurde das nicht verhindert, wo doch über den Verzicht oder flankierende „technische“ Maßnahmen dies vielleicht hätte verhindert werden können - und wenn wir uns sicher sind, dass wir es trotz der Angesichts der Tatsache nicht verhindern können - wie weit ist es dann her mit freiem Willen oder auch nur der Frage, ob wir das nicht zumindest in dieser Dramatik kommunizieren müssen - es ist an dieser Stelle immer wieder das gleiche - einerseits sind wir uns über den Befund weitgehend einig - aber machen dazu keine „Kampagne“, die vielleicht endlich mal aufrüttelt…
Hast mal augerechnet wieviel Kubikmeter das wären? Wo haben die USA die gelagert? Die Fläche der USA beträgt ein 15tel der gesamten Landfläche, die müssten in den USA als 15 x 100 m hoch lagern?