eigentlich bin ich ja ein eher verhaltener Zweckoptimist, der irgendwie etwas Positives aus dem Erlebten macht…Nach dem Motto: legt dir das Leben Steine in den Weg, bau etwas schönes draus.
Doch was ich in den letzten Monaten, Wochen und Tagen erlebt habe, war teilweise lebens- und existenzbedrohlich. Und die Konsequenz daraus? Ich bin gezwungen, Beweise selbst zu sichern und Gutachten zu bezahlen, während sich die Verursacher, die eigentlich eine gesetzliche Verpflichtung hätten, sich einen Ast über Anwaltschreiben lachen und sich vermutlich damit den Hintern abwischen.
Die letzten Beispiele: Auto springt nicht an, wird zur Werkstatt geschleppt. Auto wird vermeintlich repariert. 66 Kilometer nach dem Verlassen der Werkstatt brennt das Auto. Gewährleistung wird vom Werkstattbesitzer abgelehnt, weil nur Dienstvertrag und kein Werkvertrag. Also habe ich es auch noch mit einem Hobby-Juristen zu tun. Die Schlichtungsstelle der Innung kann keine fehlerhafte Reparatur feststellen. Ich bezweifle, ob die das Auto je gesehen haben. Was also nutzt mir die ganze dämliche Verbraucherschutz-Gesetzgebung, wenn ich mir damit den Arsch abwischen kann?
Das neueste Beispiel ist noch Lebensbedrohlicher: Ich wurde ins Krankenhaus wegen vermeintlicher Lungenentzündung geschickt. Das erste Antibiotikum schlug nicht an, das zweite auch nicht. Der Zustand verschlimmerte sich und wurde lebensbedrohlich. Bis das Labor Legionellen in meinen Ausscheidungen nachweisen konnte. Das Labor hat sofort das Gesundheitsamt informiert. Der Herd ist klar: die Wohnung meiner Freundin, deren sanitäre Einrichtung ich nutze, solange ich meine eigene Wohnung noch nicht zu 100 % bewohnbar habe.
An dem Tag, an dem ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hatte ich eigentlich einen Vorstellungstermin. Ich meldete mich gestern und erklärte die Situation. Leider Absage.
Nicht nur, dass ich Wochen brauchen werde, die von Legionellen zerfressene Lunge und die geistigen Ausfälle wiederherzustellen. Auch noch ohne Job…
Eigentlich gehört der Vermieter meiner Freundin wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Aber auch hier muss ich wohl den Nachweis erbringen. Von Schmerzensgeld wollen wir erst gar nicht reden…
Also stelle ich mir grundsätzlich die Frage, wozu brauchen wir tausende Gesetze, wenn sich keiner dran hält und einige sich auf Kosten anderer bereichern? Wenn hier eh juristisches Vakuum herrscht, dann kann ich ja nach alter texanischer Tradition Auge um Auge einfordern. Sind deshalb parallele Justizsysteme bei Migranten en vogue während unser Justizsystem zu dusselig ist, mal Computer einzuführen und stattdessen lieber noch Papierakten hin und her schiebt?
Dieses Nichthandeln des Staates und die Ohnmacht des Betroffenen gefährden meines Erachtens die Demokratie langfristig.