Zugfahren durch Europa

Und das mit WLAN :slight_smile:

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Wie geht das? Wirst du digitalisiert und dann von Mast zu Mast geschickt und am Ziel wieder rematerialisiert mit einem 3D-Drucker ausgedruckt? Und was ist, wenn das Material für den Haardruck aus ist?

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Über WLAN würde ich mich never ever beamen lassen. Da hätte ich zu viel Angst wie in die Fliege zu enden. :skull:

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https://www.sncf.com/de/konzern/erbe/tgv-40-jahre-geschwindigkeitsrekorde-auf-video

Ich fand Tempo 310 schon ziemlich cool. Dazu kommt: ruhigere Fahrt als im ICE.
Tempo 500 in Bodenhöhe muss der Wahnsinn sein.

Also ich bin jetzt den zweiten Tag nach Barcelona unterwegs und habe immer noch WLAN :slight_smile:

Ich überlege ob eine Welt ohne Flugverkehr wirklich so schlimm wäre? Diese Reise überbrückt 1,344.4 km. Mit dem Auto wären das 12,5h reine Fahrzeit. Zu Fuß laut Google eine Wanderung von 263 hr, d.h. ca 33 Tage mit je 8h Wanderung.

Ich glaube wir haben durch das Fliegen jeden Bezug zu den Entfernungen auf diesem Planten verloren. Wäre es wirklich so schlimm, wenn eine Fernreise nach Spanien zwei Tage Anreise und 2 Tage Abreise erfordern würde? Wäre das wirklich ein Verlust an Lebensqualität oder ein Gewinn?

Die Erfahrung der Reise selbst finde ich jedenfalls sehr interessant.

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Von Regensburg nach Albufeira bin ich auch schon mit den Zug gefahren. 2 Tage, 1992. (zurück das gleiche)
Und von Buffalo (NY) nach Salt Lake City (UT) . Auch 2 Tage , (1985). (autsch, ist ja nicht in Europa)
War gut. WLAN gab es aber nicht auf beiden Reisen.

Ich finde der physische Er-Fahrung der Entfernung verändert die Reise erheblich. Und zwar zum positiven.

Für mich ist es kein Verlust, wenn Fliegen zu einem absoluten Luxus werden wird. Und das wird es - egal was unsere Politiker behaupten.

bienvenue, le fan du TGV, (Tsuch de Großße Witess)

Nein, kein Verlust. Es sei denn, man möchte 4-6 Kurzreisen im Jahr machen, für die ein zweiter An- und Rückreisetag nicht besonders verlockend ist. Und: Es geht sogar noch schneller… Unsere ganze Familie besteht aus echten Hardcore-Bahnfahrer*innen, sowohl was Streckenlängen als auch Umstände entspricht (wahlweise mit Fahrrädern, vielen kleinen Kindern, Kinderwagen, schwerem Gepäck, über Nacht usw.). Ich kann Bekannte und KollegInnen immer wieder schocken wenn ich erzähle, wie schnell man da und dort mit dem Zug sein kann - und mit etwas Glück sogar sehr günstig. Ok, zur Wahrheit gehört auch: Ich erzähle von den „Abenteuern“, die man dabei erleben kann, nicht so ausgiebig, es sei denn, jemand sucht genau den „Kick“ eines Abenteuerurlaubs, den gibt’s nämlich häufig randomisiert, aber gratis dazu… Viele machen sich nicht die Mühe, die Fahrpläne zu konsultieren, weil sie immer glauben, bestimmte Ziele würden sich per Bahn zur Weltreise entwickeln - was in der Tat schon bei einer Nahverkehrsverbindung im Berufsverkehr mit einem Umstieg passieren kann… :wink: Und: Für das ein oder andere Ziel ist es hilfreich, ein paar Kniffe zu kennen, die kein Fahrplan und keine Bahnbedienstete ausspuckt…

Barcelona erreiche ich vermutlich durch meine Lage (Metzingen, Württ.) etwas schneller als du, das ist von uns aus eine Fahrt von 13.25 h (Abfahrt 6.07 h, Ankunft 19.32 h). Andere „Fernziele“, die wir in den letzten 20 Jahren schon mit der Bahn (meist bequem, zumindest im Vergleich zum Auto) erreicht haben, und immer an EINEM Tag (meist Abfahrt sehr früh morgens und Ankunft am Spätnachmittag oder gemäßigten Abend):

  • Kopenhagen, Roskilde
  • Rijeka
  • Baskenland (Hendaye, Donostia/San Sebastian, Bilbao, Vitoria Gasteiz)
  • Puigcerda, La Tour de Carol (mitten in den Pyrenäen)
  • Perpignan
  • Warschau
  • Budapest
  • Birmingham, Bristol
  • Boulogne-sur-mer
  • Quimper
  • Delft, Rotterdam, Amsterdam
  • Aix-en-Provence

Wenn man früh damit beginnt ist man, nach den ersten 3 „Katastrophen“, schnell gestählt und nimmt jede Komplikation als Herausforderung an. Im Bekanntenkreis wird über Verspätungen und Pannen mit der Bahn nur gelästert, während 3-stündige (und mehr…) Staus im PKW, Flugumbuchungen auf andere Reisetage und halbtägige Anreisen zum Flughafen als „normal“ hingenommen werden.

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Ich persönlich fände 2 Tage im Zug nicht so pralle. Dann lieber ganz gemütlich 4 Tage im Auto und unterwegs die französiche Küche genießen. Oder eben doch 2h im Flieger.

Bist Du privat oder dienstlich unterwegs?

Als ebenfalls begeisterter Bahnfahrer (aktuell gerade im IC unterwegs) stimme ich dir zu. Allerdings gibt es da leider immer wieder das Problem der „letzten Meilen“. Gerade z.B. in Frankreich oder Spanien sind viele Orte und Regionen eher schlecht an den ÖPNV angebunden. Man kommt zwar prima bis Barcelona, aber was nutzt mir das, wenn ich von dort nicht weiterkomme? Man kann sich vor Ort ein Auto mieten. Das funktioniert - ist aber meist nicht ganz billig und oft kompliziert. Alternativ könnte man ein E-Bike mitnehmen, aber das ist noch komplizierter und oft gar nicht möglich (ich wüsste nicht, ob das im TGV geht und wie man an ein entsprechendes Ticket kommt).
Eine ganz geniale Idee wäre, einen faltbaren Elektro-Tretroller mitzunehmen. Hat jemand damit Erfahrung?

In Barcelona gibt es ein gut funktionierendes U-Bahn und Bus-System. Mit Streifen-Karte und einem Kumpel der sich gut auskennt, kommt man einfach und bequem überall hin. Dazu ist der Bahnhof im Gegensatz zum Flughafen mitten in der Stadt.

@Duke: Bin privat da. Geschäftlich wäre die Reise bei mir Arbeitszeit. D.h. da würde/müsste ich Fliegen.

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Genau darauf wollte ich hinaus. Wenn nicht mal Dein AG 2 Tage Zugfahrt bezahlen mag, wer dann?

Abseits der großen Metropolen bzw. der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt es in Spanien riesengroße Lücken. Versuch mal, mit dem Zug nach Salamanca zu kommen!
Worauf ich aber eigentlich hinaus will: letztes Jahr war ich mit dem Zug in Italien - eigentlich ein klassisches Bahn-Land. Aber selbst hier sind einige Touristen-Hotspots wie z.B. San Gimignano sind mit ÖPNV kaum zu erreichen. Ich wollte unbedingt zum Sacro Bosco, auch eigentlich ein bekanntes Touristenziel - nächster Bahnhof 6 KM entfernt, aber von da geht gar nix, kein Bus, und selbst Taxis sind Glücksache. Bin ich halt gelaufen - an der vielbefahrenen Landstraße entlang… und hatte viel Zeit, darüber nachzudenken, wie man es besser anstellen könnte…

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Wir müssen uns mal von der Vorstellung verabschieden, dass alternativlos alles auf Gewinn optimiert werden muss.

Wenn diese Denke zu tief verankert ist, kann natürlich auch durch den Staat das, was vermieden werden soll, besteuert werden, und von dem Erlös das Wünschenswerte bezuschusst.

Wieviel (großteils noch fossile) Energie benötigt eigentlich so ein Hochgeschwindigkeitszug bei Tempo 300,400 oder 500 km/h? Da bei der Bahn der Rollwiderstand ja wunderbar klein ist, wird wohl der Luftwiderstand den entscheidenden Anteil ausmachen und dieser steigt mit der Geschwindigkeit exponentiell.
Der andere entscheidende Faktor beim Luftwiderstand ist die Dichte - da wäre es doch irgendwie verlockend hohe Geschwindigkeiten energieeffizient in „dünner“ Luft zu betreiben … kann da mal jemand etwas erfinden :wink:

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Das ist nicht ganz korrekt @XXXX - bzw. eher falsch:

Seit Anfang 2018 fahren unsere Reisenden im Fernverkehr noch umweltfreundlicher in den ICE-, IC- und EC-Zügen innerhalb Deutschlands mit 100 Prozent Ökostrom.

Und Frankreich hat 43% Atomstrom plus 10% Ökostrom.

Spanien: Mit einem Anteil von 32 % an der Stromerzeugung im Jahr 2012 lag der Anteil der erneuerbaren Energien in Spanien europaweit auf hohem Niveau.

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Atomstrom ist keine fossile Energie?

Solange es keinen Ökostrom im Überfluss gibt, ist das nicht mehr als Greenwashing. Den „Ökostrom“ den die Bahn nicht verbrauchen würde, könnte sonst jemand anderes statt Kohlestrom verwenden. Allein die Rechnung, dass Fernzüge mit mehr Ökostrom fahren als Regionalzüge ist ja schon technisch absurd.

Aber wenn man sich auf dieses Schönrechnen einlässt, kann man auch einfach Ablassbriefe für seine Emissionen kaufen und dann klimaneutral fliegen :wink:

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Jetzt ja, aber die Bahn hatte die Ökostromtarife ja schon abgeschlossen als das noch nicht so
„en vogue“ war wie jetzt, und damit durch die Nachfrage zum Ausbau der EE beigetragen.

Am Besten gleich einen unfreiwilligen realistischen Betrag für den „Ablass“ einpreisen, mit dem man auch klimamäßig etwas bewirken kann.

Auch darauf würde ich eine realistische Abgabe erheben für die Entsorgung des Mülls.