Ist CCS die/eine Lösung?

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaneutralitaet-umdenken-bei-den-gruenen-co2-speicherung-bekommt-eine-neue-chance/28834356.html

Ist CCS eine nachhaltige Option, um den Klimawandel zu stoppen oder geht es nur darum, Alttechnoligie das Überleben zu sichern ?
Ein Thema, dass man diskutieren sollte.

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Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde das Thema schon einmal diskutiert. Die Folge war, dass sich das Gesetz nicht durchsetzen konnte.
Kennt jemand die Argumente, die gegen dieses Verfahren sprechen?
Welche seriösen Quellen gibt es, die helfen zu verstehen?

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Das mit der „dauerhaften“ Lagerung von Abfällen ist so eine Sache, die wir schon aus anderen Problemtechnologien kennen. Auch hier löst CCS kein Problem sondern es verschiebt das Problem nur auf zukünftige Generationen. Die werden sich sicher riesig freuen, wenn sich das mühsam eingelagerte Abgas ihrer Vorgängergenerationen irgendwann wieder verflüchtigt.

Ganz konkrete Argumente dagegen:

  • Die Lagerkapazität ist überschaubar endlich, da die Masse an CO2 prinzipbedingt deutlich größer ist als die Masse des eingesetzten C als Brennstoff.
  • Geologische und/oder hydrologische Folgeschäden (je nach Lagerart) sind nur schwer abzuschätzen. Dass CO2 im Wasser oder im Boden aber ein Umweltrisiko darstellt ist recht klar.
  • Wenn das eingelagerte Gas im Unglücksfall plötzlich austritt drohen riesige Katastrophen (Erstickungstod von Mensch und Tier). Solche Unglücke für eine Lagerstätte über tausende Jahre auszuschließen wird schwierig.
  • Die Energieeffizienz leidet, da das Abscheiden und Einlagern (insbesondere das Verdichten) selbst recht enerigieaufwändig ist - das knappe Gut fossile Energie wird damit nochmal knapper und teurer wirds auch werden.
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Ich glaube Sascha hat es schon recht gut dargestellt - die Frage ist, was man mit dem abgeschiedenen CO2 macht.

Hast Du da als Chemiker eine Idee, wie man das binden könnte?

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Natürlich ist Carbon Capture and Storage eine Lösung! Es ist überhaupt DIE Lösung.

Nur eine Kleinigkeit wäre noch zu klären, bevor wir damit die Welt retten können:

Finde eine Versicherungsgesellschaft, die garantiert das das CO2 für 1 Million Jahre im Boden bleibt und bezahl die Prämie (im Voraus).

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Wir werden CO2 Einlagerung in irgend einer Form brauchen. Und wenn es indirekt ist. Z.B. über das Verfahren der TUM:

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DIE Lösung wäre eigentlich das C wieder vom O2 zu trennen und es dann in seiner natürlichen Form an seine ursprüngliche Lagerstätte zurückzubringen - quasi das Aufräumen nach der Party.

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Irgend etwas sagt mir, dass damit so ziemlich genau die Energie gebraucht wird die man damit gewonnen hat :wink: Vielleicht könnte man das abkürzen und das C gar nicht erst mit dem O2 verbinden?

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Es ist eben mal wieder „die Lösung“ für alle, die nicht einsehen wollen oder können, dass wir uns ganz schnell reduzieren müssen auf die Menge an „Abfall“, die auf natürliche Weise recycelt werden kann - angesichts schrumpfender CO2 Senken (s. Schrumpfung des Regenwaldes, etc.) müssten wir als nicht nur reduzieren aufgrund aktueller biologischer Recyclingdaten - sondern eben auch noch deutlich mehr…
Je mehr die beiden Dinge (Müllerzeugung und natürliches Recycling) auseinanderlaufen, desto abenteuerlicher werden die - verzichtslosen - „Rettungsversuche“ - egal, Biodiversität, Klimawandel - oder eben auch das „CO2-Problem“…

Ist CCS die/eine Lösung?
Klare Antwort: Nein!!!

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Zum Abschluss dieses Themas. Nur das wir uns richtig verstehen:

CO2-Abscheidung und -Speicherung (Fachbegriffe: CO2-Sequestrierung und CCS (englisch carbon dioxide capture and storage)) ist ein Verfahren zur Reduzierung von CO2-Emissionen in die Atmosphäre durch die technische Abspaltung am Kraftwerk (End of pipe) und „dauerhafte“ Einlagerung in unterirdische Lagerstätten.

Ist CCS die/eine Lösung?
Klare Antwort: Nein!!!

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Die aktuellen Szenarien rechnen CCS für eine begrenzte Zeit mit ein, um nach einem overshoot bis zum Jahrhundertende in einen einigermaßen handhabbaren Temperaturbereich zu kommen. Wenn CO2 über eine Zeitraum von Jahrhunderten langsam wieder entweicht, wäre das nicht so ganz das große Problem, wenn(!) wir es dann geschafft haben, einen nachhaltigen Pfad einzuschlagen, da es auch wieder aus der Atmosphäre abgebaut wird. Hier wären die Zeiträume für ein Gleichgewicht entscheidend. Wegen der Pfadabhängigkeit des Erdsystems kann es wichtig sein, CO2 wenigstens für einen Zeitraum in der Größenordnung Jahrhunderte der Atmosphäre zu entziehen, um eine weitere Temperaturerhöhung, auch eine temporäre, zu vermeiden.

Das heißt, CCS kann eine Option sein, die notwendig werden kann, um das Leben der Menschen erträglich zu erhalten. Aber sie darf keineswegs(!) als Ablass missbraucht werden, um die Emissionen nicht senken zu müssen. Ob das bei den gegenwärtigen Rahmenbedingung für die (Energie)Wirtschaft möglich ist, bezweifle ich allerdings.

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@Dagmar

Klingt theoretisch fast plausibel - aber Du schreibst es selbst: es ist zu bezweifeln - weil der Mensch nun mal so ist wie er eben ist…
Erträglich halten ginge im Übrigen - wohl ebenfalls nur theoretisch - durch Verzicht - aber auch dafür ist der Mensch offensichtlich nicht in der Lage…
Sieht also ziemlich aussichtslos aus, das nicht nur als Pseudo-Absolution für unsere Generation zu verstehen…

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Diamanten, wohin man schaut

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Das ist keine Einlagerung.
Das ist rohstoffliche Wiederverwertung.
Also empfehlenswert, wenn die Energiebilanz gut ist.

Es gibt sogar Verfahren, bei denen das CO2 chemisch - also dauerhaft - gebunden wird. Irgendwas mit Basalt IIRC. Pilotprojekt in Island.

Aber …

  • wenn man das CO2 aus dem Rauchgas z.B. eines KKW abscheiden kann, ist das von der Effizienz und den Zusatzkosten noch halbwegs erträglich (20-30%)
  • wenn das Gas allerdings zum Erhitzen, Schmelzen, Schmieden verwendet wird, ist das Auffangen des Rauchgases meist unmöglich. Beim Autofahren erst recht nicht.
  • wenn das CO2 mit ‚direct air capture - DAC‘ direkt aus der Luft herausgefiltert wird, ist ökonomisch alles zu spät.

All diese Verfahren kommen allerdings nicht auf die Drehzahlen, die wir benötigen.

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in der KKW-Abluft ist ausser strahlenden Isotopen höchstens CO2 aus der Atemluft der Mitarbeiter. Wenn man allerdings das CO2 aus den Biogas KWK-Anlagen oder den wenigen Holzhackschnitzel-KWKs abscheidet holt man tatsächlich CO2 aus der Atmosphäre und natürlich kann man das in Basaltgestein chemisch festlegen, das tritt auch in einer Million Jahren nicht mehr aus. Es gibt auch noch andere Ansätze, die das CO2 im Meerwasser an Gesteinsmehl binden wollen, das hätte gleichzeitig den Nutzen der Versauerung der Meere entgegenzuwirken. Natürlich haben alle diese Verfahren zusätzliche Wirkungen, wahrscheinlich auch schädliche, trotzdem wird es bei der Langsamkeit des Umbaus immer wahrscheinlicher, dass wir solche Verfahren benötigen. Deswegen warne ich vor der reflexhaften Weigerung solche Ansätze auch nur diskutieren zu wollen ohne sich vorher über die Fakten zu informieren. Es gibt so viele Veröffentlichungen dazu, dass ich hier nur mal die passende Googlesuche verlinke: marine CCS with basalt

KKW == Kohlekraftwerk.
remember „AKW - Nee“ ?

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ok, ein lapsus linguae, ändert aber nichts am Rest meines Beitrags

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@anonymeNutzer

Im Prinzip gebe ich Dir recht - Dogmatisches Verneinen ist - wie alle Dogmen - höchst fragwürdig!
Trotzdem muss - wenn man so was also diskutiert -, bitte auch mitgeliefern, dass solche Verfahren eben nur deswegen überhaupt notwendig sind, weil der Umbau zu langsam ist - Und warum ist der Umbau zu langsam: weil es immer noch zu wenige kapiert haben, dass es längst tendenziell eher viertel nach zwölf statt fünf vor 12 ist, und weiter an ihrer aktuellen „Behaglichkeit“ festhalten…
Es handelt sich hier also nicht (nur) um faszinierende neue Technologien - sondern vor allem um Strohälmchen…

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Da sind wir einer Meinung, keine Frage …

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