Erd- und Biogas sind mit Fragezeichen zu versehen

Ich würde jede Erwähnung von Erd- und Biogas mit einem :question:
versehen, um zu fragen ob es immer

  1. abgeschieden und
  2. eingelagert wird.

Ausnahmen nur für die Chemie und industrielle Prozesse benötigtes CO2.

Was soll das heißen?
Wenn du das CO2 meinst das abgeschieden und eingelagert werden soll, das dazu.
Beim Biogas fällt nur so viel CO2 an, wie ohnehin bei der natürlichen Zersetzung der Biostoffe freigegeben wird.

Fragst du das auch beim Kohle- und Erdgasstrom, der z. B. in die WPs fließt?
Nur zum Vergleich: Kohlestrom ca. 950g pro kWh und Erdgas direkt ca. 200g pro kWh.

Es geht um das kleinere Übel und um das was derzeit geht bzw. zumutbar ist.

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Das siehst Du etwas zu eng imho. Wäre natürlich optimal, aber vorläufig wäre ich schon froh, wenn wir wenigstens kein zusätzliches CO2 emittieren. Ich weiß, das reicht nicht, aber unsere Möglichkeiten zur Einlagerung sind immer noch arg begrenzt.

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  • Wir , die Menschheit , können uns weder kleine noch große Übel leisten.
    Alles muß raus. Nur CO² das den natürlichen Kreisläufen entzogen wird bringt uns wirklich voran.
  • Sonst werden die Netto Neuemissionen in kurzer Zeit 3 ° Grad Erwärmung wie eine Eiszeit aussehen lassen, da wir keinen Keil in die Erwärmungsmechaniken getrieben bekommen.

  • Um bei den Kipppunkten Dominoeffekte zu verhindern, zu vermeiden und zu reduzieren kann man leider nur versuchen ab und zu einzelne Dominosteine zu entfernen.

  • Das ist aber der kritische Punkt. Sonst ist das was wir da angestoßen haben viel zu groß für uns als Menschliche Zivilisation.

  • So sehe ich die einzige Aussicht auf Erfolg darin , „whatever-it-costs“ einzulagern.

  • Wir brauchen mehr Möglichkeiten dazu.

Moment , Braunalgen direkt in Saudiarabien oder anderwo in Erdöl - und Erdgaslagerstätten verpressen könnte doch eigentlich funktionieren. Warscheinlich ist der Druck zu groß dafür. Gibt es dazu trotzdem etwas ?

  • Erdöl ist nichts anderes als Algen , die im Vakuum unter Druck ein dem „Verkohlen“ vergleichbaren Prozess ausgesetzt waren.
  • Da wir ja nicht schnell neues Erdöl erhalten sondern schnell entzogenes CO2 loswerden wollen, ist das zumindest eine Möglichkeit, außer das die Algenmassen die Räume zu schnell füllen würden.

Wenn überhaupt kann ich mir vorstellen den „Verwitterungsprozess“ der für den natürlichen Abbau über lange Zeit sorgen würde zu beschleunigen.Dafür müßte man wirklich Berge zerkleinern.
Nicht versetzen :slight_smile:

Umgekehrt können wir es ja auch beschleunigen, was der Kern unseres Problems ist.

Enthält das vielleicht einen realistischen Lösungsansatz ?

  • Ich denke da an tief liegende ( bald überfkutete ) Gebiete , wie Beispielsweise in Bangladesh.
    Wenn man keine Zeit hat aber zu viel einzulagerndes Material, könnte man dort mit der Zeit um ein paar dutzend Meter aufstocken.

  • Es gibt sicher noch andere lohnenswerte Gebiete. Zum Beispiel tiefliegende Gebiete in Wüstengebieten, bei denen entsalzenes Wasser ( oder nichtmal entsalzen? ) zusammen mit organischem Material und
    zerkleinertem Gestein schichtweise dazwischen ein höheres Bodenniveau ergeben, das sowohl überflutet werden kann als auch nach ein paar Jahren besiedelt. Klappt bei sanierten Müllkippen ja auch.

    • An dieser und anderen Stellen sind unsere Menschliche Gesellschaft und die Natur mit ihren teils sehr langfristigen Kreisläufen miteinander zu verbinden , um den neuen Herausforderungen durch Kaskadierung und Dominoeffekten des Klimawandels zu begegnen.

Dafür müssen alle die emittieren wollen und emittiert haben halt jedes Jahr ordentlich „Schmutzgeld“ beiseite legen.

Ich habe dieses Thema von der Diskussion über Heizungen abgetrennt, da es dort Off-Topic war. Bei Heizungen geht es um die Frage, ob wir unser Gasnetz weiter brauchen.

Doch die Argumentation von @Teelicht stellt Biogas generell in Frage. Und das ist ein anderes Thema.

Ich verstehe die Aussage nicht:

Methan entsteht und zerfällt auf diesem Planeten schon seit Millionen von Jahren. Solange es in Amerika noch riesige Büffelherden gab, haben die vermutlich auch viel Methan erzeugt.
Das ist dann wieder zu CO2 zerfallen, Das CO2 wurde und wird von Pflanzen aufgenommen, von Tieren gefressen und dadurch entsteht wieder Methan. Oder auch ohne Tiere durch Verrottung.

Also was muss bei Biogas/Bio-Methan abgeschieden und eingelagert werden?

Das CO² muß entnommen werden, weil die humane Klimagesamtbilanz sonst keinen negativen Betrag erreicht. Wir müssen für sehr, sehr… lange ALLES entnehmen.

Theoretische Neutralität hat für uns keinen Wert solange die CO² Konzentration nicht auf einen vorinddustriellen Wert ( 280ppM waren das ) zurück geführt wurde.

Zerstörte Kreisläufe können wir halt nicht als selbst gebastelte Rechtfertigung für Nicht Handeln nehmen

Um CO2 einzulagern muss man aber kein CO2 beim verbrennen von Biomethan abscheiden. Denn damit wäre natürlich der Einsatz in bestehenden Gasheizungen komplett gestorben.

Es reicht doch vollständig aus wenn wir CO2 überhaupt einlagern. Z.B.:

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Nein, aber CO² zu emittieren darf faktisch nur noch in Ausnahmefällen passieren. Eine "Back-up – Gasheizung soll auch gar nicht mehr standardmäßig zum Heizen gebraucht werden. Dafür sollen schon jetzt 65% erneuerbares genutzt werden und so viel ich weiß möglichst bald spätestens aber 2040 100 % erneuerbar. Außer es gibt einen Energiemangel.

Alles was jetzt auf 65 % erneuerbare Wärme kommt wird mit der nächsten Stufe bevorzugt mit den noch nicht genutzten erneuerbaren Quellen ergänzt.

Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist es IMMER wichtig ALLE verfügbaren Quellen von erneuerbarer Wärme zu nutzen. Fossiles ist nur noch Sicherheit.

Es gibt keine erneuerbare Quelle die einer anderen prinzipiell vorziehbar ist.

Sonst reden wir sehr lange und bewegen letztlich nichts.

Ja - Gasheizungen können sterben.

Wie soll das gehen? Hören wir alle auf zu atmen? Bringen wir unsere Haustiere alle um? [^Ich hatte mal eine CO2-Tracker App, die mir nach der Analyse gezeigt hat, das die größten CO2-Quellen in meinem Haushalt die beiden Katzen wären]
Es gibt endlos viele Prozesse die CO2 emitieren: Verrottung von biologischen Substanzen z.B.
Betonerzeugung.
Wir verzetteln uns doch komplett mit all diesen Themen, denn der entscheidende Punkt gerät dadurch aus dem Blick: Wir dürfen keine fossilen CO2-Lager mehr als Brennstoff in die Atmosphäre entlassen. Du sagst ja selber:

Was hat das ganze aber mit Biomethan zu tun, also mit Methan das aus Wasserstoff und CO2 künstlich hergestellt wurde?

Nicht zuletzt, weil sich die Grünen dagegen waren CO2-Lager in Deutschland zu haben.

Die CO2 Verpressung im Boden wird doch meist im Zusammenhang mit fossilen Kraftwerken vorgeschlagen oder? Das ist dann für mich die Entschuldigung die länger laufen zu lassen.
Ich glaube CO2 in Form von Humus oder in Mooren zu speichern geht wesentlich billiger.

Aber gut, seien wir technologieoffen, können wir machen: Ich hätte aber in diesem Fall gern eine Versicherung, die zahlt, wenn das CO2 nach 100 Jahren wieder raus kommt. Und zwar den zu diesem
Zeitpunkt gültigen CO2-Preis. Machen wir doch einfach mal ein paar experimentelle Lager und beobachten die mindestens 100 Jahre. Dann wissen wir ob es funktioniert oder nur Augenwischerei ist.

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Witzel der Witzbold

Und dauert auch wesentlich länger.

Wir müssen den CO2-Ausstoß vor allem reduzieren. CO2-Bindung über die natürlich vorhandene CO2-Bindung hinaus, läuft dem derzeitigen Ausstoß hoffnungslos hinterher.

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Das Methan ist auch ein Treibhausgas und sollte nicht mehr emittiert werden. Egal ob Bio oder anders.
Künstlich hergestellt ist sogar noch problematischer, da dadurch die Schädlichkeit 25 mal größer wird als die von CO². Solange das niemand verbrennt ohne Abscheidung ist es ok, gerade als Prozess und Chemiegrundstoff unverzichtbar. Sonst sollte man es möglichst knapp halten, allein wegen der Risiken und meist großen Verluste ( undichtigkeiten haben leicht schlimme Klimafolgen ) Ob direkt oder mit Umweg über Methan. Das Abscheiden und Einlagern wird der entscheidende Faktor zur Reduktion des Treibhauseffektes.

Wenn man das CO² an Basalt Gesteinsmehl bindet bleibt es damit verbunden. Sogar wenn das Mehl weitest gehend zerfällt , bleibt das stabil. Kann man in der Wüste in der Sonne liegen lassen, kann man mit Regen wegspülen , kann man im Meer natürlich ablagern und es bleibt trotzdem gebunden.

https://www.uni-augsburg.de/de/campusleben/neuigkeiten/2021/07/27/4779/

Kosten 150€ pro Tonne. Ich glaube das ist das günstigste , was ich bisher gehört habe.
Was aber genau deshalb ganz vielen Lobbies nicht gefallen wird.

Die Versicherung wird dafür wohl auch einen guten Tarif finden.

Dies in einem möglichst großen Maßstab umzusetzen ist eine gute Möglichkeit.
Anders als erwartet geht die Bindung relativ schnell, durch das zerkleinern des Basalts.

Jetzt fehlen nur noch ein paar Millionen Tonnen davon und eine Ermittlung der besten Orte
und Methoden zum Ausbringen des Basaltstaubes.

Methan ist Methan grafik

"Künstlich hergestellt ist sogar noch problematischer, da dadurch die Schädlichkeit 25 mal größer wird als die von CO². " - Mai Thi Nguyen-Kim würde sich jetzt aufregen.
Es ist egal wie es hergestellt wurde: Die Wirkung aufs Klima ist immer die gleiche.

Und wenn unser deutsches Gasnetz größere Leckagen hätte, würde ich mir ganz andere Sorgen machen als ums Klima. Wenn du dafür Belege hast, das Lecks im Gasnetz ein Problem sind, dann verlinke diese bitte.

Nein umgekehrt: Wenn man es verbrennt bleibt nur CO2 und Wasser:
grafik

Und wenn man es aus CO2 und Wasserstoff herstellt, kann man das eine Million Jahre machen ohne das Klima zu beeinflussen. Methan ist Teil der normalen biologischen Kreisläufe auf diesem Planeten.

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Ja.

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaneutralitaet-die-gasbranche-steckt-in-der-methan-falle/27888134.html

FF

und das mit dem ungefährlichen Wasserstoff ist auch nicht ganz richtig

Im Ergebnis komme ich zum Schluss das die meisten , auch noch gar nicht
erfolgten Innovationen zunächst klimaschädlich sind , bis man sie ausreizen
und perfektionieren kann.

Wenn man Innovationen , Techniken und Verfahren realistisch nicht perfektionieren kann ( wie die Dichtigkeit eines so umfangreichen Gasnetzes ) muss man sich über einen zeitnahen Ausstieg Gedanken machen. Was ja wiedersprüchlicherweise tatsächlich parallel zum Ausbau passiert.

Innovationen jeglicher Art sind wegen realitätsferne im Zeithorizont aus Prinzip pure (FDP) Ideologie.

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Ich weiß. Es war wie CO² schon immer Teil der Atmosphäre schon bevor es Menschen gab…

Moment…

Richtig. In diese Liste gehören: E-Fuels, Kernfusionskraftwerke, CCS.

Es ist sicher richtig, weiter daran zu forschen, wir haben aber keine Zeit, auf mögliche Ergebnisse zu warten und müssen deshalb jetzt mit den verfügbaren und erprobten Technologien arbeiten: Windkraft, PV und evtl. Solarthermie an erster Stelle, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse in der BRD an zweiter Stelle. Und auf der Verbraucherseite: E-Autos und Wärmepumpen.

E-Fuels und H2 aufgrund der Knappheit nur für industrielle Zwecke, Flugverkehr usw.

Alles andere vernebelt nur die Diskussion.

Danke für die Referenzen. Für mich sind das trotzdem alles Ablenkungsdiskusissonen. Übrigens, warum steht in dem einen Artikel 80 mal größere Klimawirkung. Wikipedia sagt „20 mal“.

Aber zum eigentlichen Punkt: Wenn wir sofort aufhören würden weiter fossiles Energie aus dem Boden zu holen und zu CO2 zu verbrennen, wäre das Methan aus Biogasanlagen und Kühen kein Problem.
Je mehr man aber über alle möglichen anderen Methanquellen redet, desto länger kann die Fossilndustie weiter machen.

Ich glaube das hier auch eine Taktik des „What about …“ dahinter steckt, je mehr wir uns in Diskussionen über Details oder minder wichtige Faktoren verlieren, desto länger können
fossile Brennstoffe weiter gefördert werden.

Das ist eindeutig richtig. Kann man unter jedem Klima - tweet anhand der Bot und Troll Armeen erkennen